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Tälern des Rio Cisnes, des Apulen, Corintos, Carrenleufu und vieler anderer Flüße. In den beiden Corrals des Rio Puelo stellen sie sich als 15— 20 m*) hohe Bodener- hebungen in Form von mesas(Tischen) inmitten des ebenen, grasigen Talbodens dar. Sie haben wahrscheinlich den ersten zusammenhängenden Wall(terraplen) gebildet, der einem höheren Niveau des Talbodens entspricht. Dieser wurde durch den Hauptfluß und seine Nebenflüsse allmählich zerschnitten, sodaß die Reste dieser alten Geröll- decke jetzt zu beiden Seiten des neuen Bettes in Terrassen erscheinen. Der Ursprung dieser Anschwemmungen, die eine bedeutende Mächtigkeit erreichen, ist in der intensiven Materialanhäufung des Flusses und seiner Nebenflüsse zu suchen, welche auf diese Weise die ursprünglichen Täler bis zur Höhe der heutigen terraplenes auffüllten. Die Existenz von 2, 3 und mehr übereinanderliegenden terraplenes beweist, daß Perioden der Sedimentation und darauffolgender Erosion abwechselten. Zur Erklärung dieser Erscheinungen zieht Steffen, der sie eingehend studiert hat, die Tätigkeit der Gletscher heran. Zur Zeit einer großen Entwicklung der Gletscher (Eiszeit) fand eine Anhäufung von Geröll statt, das später beim Rückgang der Gletscher durch Erosion des Flusses wieder teilweise entfernt werden konnte. Bestärkt wird diese Vermutung dadurch, daß die terraplenes sich gerade gegenüber den Mündungen der Kordillerentäler finden, in deren Hintergrund auch jetzt noch Hängegletscher geselen werden, welche Abflüsse nach dem Hauptfluß schicken. Uber die Talbildung selbst können wir demnach aus den terraplenes nichts schließen, sondern diese lassen uns nur einige Episoden aus der Entwicklungsgeschichte des Tales erkennen.
Etwas Ahnliches sind die in vielen Tälern der Waldregion, wie Peulla, Manso u. a. m., auftretenden morros. Dies sind vereinzelt stehende oder nur durch einen niedrigen Sattel mit der Hauptkette verbundene Bergkegel, welche gewöhnlich den Eckpunkt zweier zusammenstoßender Taleinschnitte bilden. Die Höhe derselben ist oft ziemlich beträchtlich; so ist z. B. der Morro de Mirador im Tale des Peulla 300 m**) hoch. Der Eingang in die Boca de Reloncavi wird durch 2 solcher morros flankiert, durch den Morro del Horno und den Morro Chico. Über die Ent- stehungsart dieser Gebilde ist jedoch noch nichts Sicheres bekannt.
In dem Ansteigen des Talbodens der Flüsse von W nach O zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen den kurzen, den W-Abhang der eigentlichen Cordillera de los Andes entwässernden Küstenflüssen und den großen Strömen, welche, aus dem östlichen Längstale kommend, die Anden in ihrer ganzen Breite durchbrechen. Während bei den ersten die Neigung ziemlich groß ist und auch annähernd konstant bleibt, ist bei den letzten der Anstieg langsamer und unregel- mäßiger. Der eigentliche kurze Unterlauf dieser Ströme besitzt nur geringes Gefälle. Dieses erhöht sich denn ganz beträchtlich in der Region der untersten Stromschnellen, nimmt darauf in der Regel wieder ab und steigt nachher wieder. Die Veränderungen des Gefälles entsprechen fast genau dem Wechsel der Engen und Erweiterungen des Flußbetts.
Die Abflußverhältnisse entsprechen dem Relief des Bodens keineswegs. Inner- halb der zentralen Andenzone fehlen Längstäler fast vollständig. Aber auch die
*) H. Steffen, Viajes i Estudios en la region hidrografica del Rio Puelo, p. 100. “) Steffen, Reiseskizzen aus den Kordilleren von Llanquihue, Petermanns Mitteilungen 40 pag. 148.


