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Entstehung der meisten Andenseen aus, die„ihre heutige Ausdehnung und Gestalt aber vielfach den Einwirkungen der diluvialen Vergletscherung verdanken.“ Die Seen des eigentlichen Patagoniens wurden von Hatcher untersucht. Er teilt sie in drei, auch räumlich durch ihre geographische Verteilung getrennte Klassen ein, in tektonische, glaziale und Reliktenseen. Zu der ersten Klasse gehören die großen und schönen Seebecken, die sich ungefähr genau auf der Linie des 72⁰° W(besonders von 46° an nach S) aneinanderreihen. Dazu gehören die Lagos Argentino, Viedma, San Martin, Pueyrredon oder Cochrane, Buenos Aires u. s. w. Die südlichen haben mehr oder weniger OW-Richtung, die nördlichen SO— NW- oder SW— NO-Richtung. Sie dringen oft mit langen, fjordähnlichen Armen in die Region der eigentlichen Anden hinein, von denen große Eisströme bis zu ihnen herabreichen. Ihr Verbreitungsgebiet ist das östliche Längstal, von dem aus sie sich freilich mitunter noch weit in die öst- lich und westlich benachbarte Zone erstrecken. Die zweite Klasse gehört der Über- gangszone und dem benachbarten Streifen des patagonischen Tafellandes an. Sie sind im allgemeinen kleiner als die tektonischen Seen. Auch sie sind von N nach 8 in einer Reihe angeordnet und umfassen u. a. die Laguna Blanca, Cardiel, Colhue. und Musters. Nach der Richthofenschen Bezeichnung gehören sie meist den Glazial- schuttseen oder den Endmoränenseen an. Die zahlreichen Seen der dritten Klasse be- zeichnet Hatcher als Reliktenseen, die über das ganze Tafelland Patagoniens zerstreut sind. Das sind seichte Salzseen, die in der Trockenzeit(Dezember— April) gewöhn- lich nur Salzlager von lm und mehr Mächtigkeit darstellen. Während O. Nordenskjöld sie als Überreste früherer hydrographischer Systeme erklärt, indem das Salz durch Zu- fuhr von den Flüssen in die Seen gelangt sein soll, bezeichnet sie Hatcher als Reste der früheren Meeresbedeckung.
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B. Betrachtung der Landschaftsgebiete.
1. Die Cordilleras de los Andes. a) Orographische Züge und Höhe des Gebirges.
Sücdlich des Tronador(41° 8S) bilden die Anden keine geschlossene Mauer, sondern setzen sich aus lauter verhältnismäßig kurzen und niedrigen Ketten zusammen, die meist transversal zur Küste verlaufen. Eine andere häufig vorkommende Form des Reliefs sind die hohen, einzelstehenden Berge mit regelmäßiger Kegelform. Erst südlich von 48⁰ ändern sich die Verhältnisse, und hier kann man von dem Rio Aisen bis zum M. Fitzroy eine einzige, an Höhe ziemlich gleichbleibende Kette feststellen. Überhaupt ist infolge der starken Vereisung und des Waldwuchses der Bau und die Zusammensetzung der Anden nicht leicht zu erkennen. Im allgemeinen hat man im N eine Reihe paralleler Züge, die durch Querriegel miteinander verbunden sind, und zwischen denen sich ausgedehnte Längstäler erstrecken. Die gewaltigen Höhen des mittleren Chile verschwinden, und die Höhe der Andenkämme und-GCipfel hält sich zwischen 2000 und 3000 m. Nur an wenigen Stellen erheben sich gewaltige Massive- über 3000 m, z. B. der Tronador(3463 m) unter 41⁰° 10/S, der Vulkan San Valentin (3870 m), der höchste Punkt des ganzen südlichen Patagoniens, unter 46° 30 8 und der M. Cochrane(3700 m) unter ca. 47⁰° 30 S. Zwischen 40°und 41⁰ 8 beträgt


