Esperanza ins Meer. Dieser Fjord bildet die Fortsetzung, weiterhin der Obstruction- Sund, Skyring-Water, Fitzroy-Kanal und Otway-Water. Die hervorstechendsten Eigen- schaften des östlichen Längstales sind Seenreichtum und die massenhaft auftretenden glazialen Erscheinungen, die Spuren und Überreste einer früheren Eiszeit. Auch zu diesem östlichen Längsgraben fallen die Anden steil ab. Das östliche Längstal ge- hört ebenfalls zu dem eigentlichen Andensystem, da im Osten desselben wirkliche Kordillerenglieder— Seitenketten— die Trennung gegen das östliche Rückland be- wirken. Eine Teilung findet unter 44⁰° 8 statt, indem von hier an(nach 8) die fruchtbaren, sogenannten subandinen Längstäler der großen Flüsse aufhören.
Im O dieses Längsgrabens erhebt sich der Boden wieder und bildet kürzere oder längere Höhenzüge, die wir unter dem Namen Vorkordilleren zusammenſassen. Sie gehören entschieden noch zum Bereiche des Andensystems und sind als dessen weit nach O vorgeschobene äußerste Ketten zu betrachten. Mit ihnen schließt das Gebiet der Cordilleras de los Andes nach O ab. Sie sind auch in vielen Fällen, besonders im N unseres Abschnitts, die Träger der interozeanischen Wasserscheide. An zahlreichen Stellen sind sie jedoch von breiten, niedrigen Schwellen durchbrochen und durch Ebenen ersetzt. Durch diese Breschen dringt dann die patagonische Steppenformation weit nach W vor, oft sogar bis an den O-Fuß der zentralen Andenketten.
Die nächste meridional verlaufende Zone ist die sogenannte UÜbergangszone. Wir bezeichnen damit den zwischen den Vorkordilleren und dem eigentlichen Tafel- lande Patagoniens gelegenen Streifen. Seine O-Grenze wird gewöhnlich durch den Steilrand der mesetas gebildet. Mitunter, wie z. B. im N, umfaßt diese Zone auch Längstäler.
Alles Land, das sich von der Übergangszone ostwärts bis zum Atlantischen Ozean erstreckt, bildet das gewaltige Schichttafelland Patagoniens, das sich im allge- meinen durch Gleichmäßigkeit der Formen und des Baues auszeichnet. Da sich im S des 46. Parallels eine Anderung in den Formen des Landes darin zeigt, daß aus- gedehnte, höhere Tafelländer jungvulkanischer Formation auftreten, in welche die Flüsse tiefe Täler eingeschnitten haben, so ist eine Teilung in einen nördlichen und einen südlichen Teil angebracht.
2. Tektonische Linien.
Wie schon oben bemerkt wurde, macht sich in ganz Patagonien ein auf- fallendes Vorherrschen der beiden Richtungen NW— 8O und NO— SW bemerkbar, während die OW-Richtung zurücktritt. Man könnte fast sagen, daß diese haupt- sächlich auf den O des Landes beschränkt ist. So wie die beiden Längstäler als in dem tektonischen Bau des Landes begründet zu betrachten sind, so zeigen sich in noch viel reicherem Maße Beispiele für tektonische Linien, die transversal zur Küste verlaufen. Das findet sich nicht allein in dem Verlaufe der Kordilleren und der von ihnen eingeschlossenen Täler, sondern auch in der Richtung der Küstenlinien und der tief einschneidenden Fjorde, sowie der großen Seebecken bestätigt. Auch in dem nördlich anschließenden Andenabschnitt(380— 41° 8) zeigen sich schon vereinzelt solche Senken, die das Gebirge in seiner ganzen Breite transversal durchsetzen,


