Aufsatz 
Über die Formen der Medialfunktion bei dem gotischen Verbum / [C. Chr. Wagner]
Entstehung
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Die Bedeutung von ana weiter zu unserem Zwecke zu entwickeln, möchten wir sagen, dass der Geist mit seinem Denken hierbei einen Kreis- lauf beschreibt: von dem Puncte an, wo er ana setzen will, geht er gleichsam in einem Halbkreis bis zum diametralen Gegenpunct, wo das Demonstrativum steht, von da weiter auf dem anderen Halbkreis bis zu seinem Anfangspunct zuriick; kurz, ana drückt eine sich objectivirende, in sich zurückkehrende Bewegung nach unserer Ansicht aus; man vergleiche selbst die äussere Eorm von ana, insofern es aus einem beiderseits von a umschlossenen n besteht ¹). Oder aber man kann den Weg, den der Geist macht, als eine gerade Linie auffassen, von derem einen Endpuncte, wohin ana zu stehen kommen soll, er zurüchläuft bis zu dem anderen, dem Standpuncte des Demonstrativums, um dieses sich zu holen und auf demselben Wege zuriickzubringen. Auch phy- siologische Gründe führen uns zu derselben Auffassung: Bei der Aussprache von a, dem ursprünnglichsten und einfachsten Vocal, wird der Ton aus der Mundhöhle ausgestossen, bei Aussprache des n, des flüssigsten Mitlauters, wird er angehalten und bei Aussprache des zweiten a noch einmal aus- gestossen. Hieraus erklärt sich, wie dieses ana so recht geeignet war, eine Reflexivbedeutung auszudrücken. Denn sage ich z. B.: ich wasche mich, so könnte man dies zunächst gleich setzen einem: ich wasche ich. Nach einem Vergleiche dieses letzteren mit a-n-a, würde man zu dem Schlusse kommen: Der Gote nahm bei dem Verschwinden des Mediums statt ver- schiedener, jedesmal nur für eine Person gültiger, die Reflexion ausdrückender Formen, sehr oft eine für alle Personen gültige Form, a-n-a, an, welche nur allgemein das Wesen der Reflexion, die einmalige Widerkehr eines und desselben Gegenstandes, ausdrückte. Denn eine solche Wiederkehr drückt ana aus, wie man auch sieht an den aus Obigem sich abstrahierenden Grund- bedeutungen von ana- um-herum, hin und zurück und wieder. Zahl- reiche Belege hierfür lassen sich aus dem griech. beibringen; so z. B. dw τοααστν(II. 1, 384), um das Lager herum, d. h. an allen Ecken und

1) Wir können nicht umhin, bei dieser Gelegenheit die indogerm. Wurzel fürich zu erwähnen: wir halten am als solche und glauben, dass hierbei der Geist nur die Hälfte des Weges von ana beschreibt, indem durch das den Mund schliessende m die Rückkehr nach innen verhindert ist(in der Tagalischen Sprache heisst im-dm verschliessen, vom Munde gebraucht; Kawispr. p. CCCCV).

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