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die ältere, welche die jüngere gewesen sei, dürfte nicht leicht sein, da in den Veden beide neben einander vorkommen.
Kehren wir nach dieser im Uebrigen nothwendigen Abschweifung zu got.-dau zuriick, so ist leicht einzusehen, wie dieses als entstanden aus dau-t (indem wir ohne Bedenken annehmen, dass wie im skr., lat. und griech., so auch im got. Schluss-! abgefallen ist) in ähnlicher Weise skr. lu-t gegenüber- zustellen ist, wie etwa skr. astan zu got. ahfau(skr. u, wie bemerkt, entst. aus an)*).— Zur Bildung des Imperativ Plur. verfuhr die Sprache in ana- loger Weise wie bei dem Indicativ; sie setzte einfach ein a vor die Singular- endung; imperat. plur. hiess also skr.-n-tu-1), got. n-dau t).
Es bleibt noch übrig zu zeigen, dass das Activum bei den drei gotischen Verben auch sonst die Bedeutung habe, wie sie jene Formen als Imperative Activi in Anspruch nehmen. Die Imperative der II. pers. n⁊εννο und nar⁊aa(Luc. 19, 5; Mc. 15, 30) übersetzt Ulfilas mit atsteig, also dem imperat. der II. pers. act.; Luc. 17, 31 wird selbst xraaro(= atsleigadau, I. c.) in der negierenden Form ul zxrabärc durch den activischen Conj. praes. ni asteigai wiedergegeben. Auch für laugadau findet sich die II. pers. imperat. act. in gleicher Bedeutung(Mth. 6, 13): lausei(62⁶ρασ²; ausserdem vgl. ¹Röm. 7, 24: lauseip-Hνoer.
Insofern als Subject zu liugandau(s. o.) aus dem vorhergehenden Vers unqenidai jah viduvons zu ergänzen ist, muss dasselbe etwa übersetzt werden: „»so mögen sie heirathen,“ insofern auch bei uns heirathen sowohl vom Manne als auch von der Frau gebraucht wird. Nach Gab. u. Löbe(II. p. prior. p. 110) hat aber das dem griech.„νe entsprechende liugan die Be- deutung heirathen nur in Beziehung auf die Frau. Hiernach könnte man versucht sein, zu glauben, dass nur im Medium von liugan die allgemeine Bedeutung„heirathen“ liege und dass an dieser Stelle liugandau die Bedeutung der Reciprorität zukomme, etwo im Sinre„so mögen sie einander hei- rathen.“ Doch wird die Schwierigkeit gehobon durch ein aus dem nahe vorhergehenden sik zu supplierendes sik(ip jabai ni gahabaina sik, liugandau), diese Figur m„oνο kommt gerade bei sih öfter vor(Gab. u. Löbe II. p. post. 142 unter cc).
1) Auch könnte man annehmen, dass die Graeco-Italen und Gothen bei-tu(=ntu) Guna eintreten liessen: rv= rav= ro; lat. tu= tau= 10, got: du= dau, wo a dann stehen ge- blieben wäre.


