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is-tud); fast eben so häufig finden wir im Indogermanischen na als hinweisende Pronominalwurzel(vgl. skr. an-gas, got. al-ja, α‿ο-c für dνννος, lat. al-i-u-s für an-i-u-s). Inwiefern ana seiner Bedeutung nach sich leicht an ein Demon- strativum anschliessen konnte, vgl. p. 10. Um den Imperativ zu bilden, setzte man nun nicht etwa ein zweimaliges ta. ta-ta(sonst im Sinne von Vater, wie in skr., got., litt.) oder ein zweimaliges na- na-na(nanã im skr. so viel als trauliche Anrede der Multer) sondern man nahm zuerst ein la, dann ein na und liess dann noch ein ta folgen: ta-na- ta.
Aus dieser ursprünglichen Imperativform, gerichtet an eine Person, gingen aber mit der Zeit zwei besondere Arten hervor und zwar nach unserem Urtheil auf folgende Weise. Zunächst musste das Schluss-a in Folge eines indogermanischen Sprachtriebes weichen(vgl. die Entstehung des zur Bildung der Nomina verwendeten Affixes-s aus-sa). Wir gelangen so zur Form ta-na-t. Die Fortbildung der Sprache, welche möglichste Kürze in's Auge fasste, liess auch das a von-na fallen als dessen unwesentlicheren Bestand- theil: es entsteht ta-n-t, tant. Aber auch hiermit begnügte sich die mittelst einfacher Mittel ihre Ziele verfolgende Sprache nicht. Der Imperativ suchte sich eine kurze, aber„energische“ ¹) Endung.
Im Sanskrit haben wir-tat zunächst als Imperativendung. Wie aber konnte at aus ka-n-t oder phonetisch fan-t entstehen? Zuvörderst ging die Bedeutung des n in tant als eines Beziehungszeichens verloren und erhielt nur die Kraft eines Nasal(man vergl. Kslw. s-a.-t-i mit lat. s-u-n-k). Dieser konnte sich sodann ganz verfliichtigen wie etwa in osk. s-e-t für s-e-n-t, ferner vgl. das Ausstossen des n vor t in der III. ps. pl. der III. Cl. der sanskritischen Verba(n hier nicht als Bedeutungszeichen der Qualität sondern der Quantität). Aber jener Nasal suchte einen Ersatz zuriickzulassen in dem übrig gebliebenen Ea-tr tät wurde zu tat. Kurz, wir nehmen hier jene Ersatzverlängerung zu Hülfe, deren die Sprache sich so oft bedient; vgl. noch ion.&-&α. ο◻αι d. i. as-an-li.
Indessen, wie bereits angedeutet, noch eine andere Form ging aus kant hervor. Stellen wir„ε&ε‿αναος und gr-u-s, 66„%-K‿οςνης̈ sund 66ᷣρ αννοαςα neben einander und betrachten skr. kand(vocare, clamare, flere) und ku(gemere), ran(sonare) und u(sonare), erkennen wir ferner im skr. die Entstehung
1) Misteli in Kuhn's Zeitschrift f. vgl. Sprf. XV. p. 324.


