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nämlich die Schüler in der Regel erſt nach zurückgelegtem zwölften Jahre aufgenommen, was offenbar viel zu ſpät iſt. Erfahrungsgemäß tritt aber die Mehrzahl der Schüler erſt im vierzehnten Lebens⸗ jahre ein, weil es für rathſam gefunden werden will, daß die auf den Beſuch der Realſchule reflec⸗ tirenden Schüler zuvor in der Elementarſchule zur heil. Communion gehen und den dort in vermehrter Stundenzahl ertheilten Religionsunterricht(der übrigens auch in der Realſchule ertheilt wird) genießen. Die nächſte Folge dieſes verſpäteten Eintritts in die Realſchule iſt, daß ein großer Theil der Schüler die Anſtalt kaum ein Jahr lang beſucht, daß immer nur ganz wenige den dreijährigen Curs abſolviren und daß die Schüler durchſchnittlich nur 1 ½ Jahr der Anſtalt angehören.
Zieht man nun noch die mangelhafte Vorbildung in der Elementarſchule in Erwägung, ſo kann man ſich über die Erfolgloſigkeit der Anſtalt nicht wundern.
Nach eingezogener Erkundigung ergibt ſich, daß die Mehrzahl der Aſpiranten zur Realſchule hauptſächlich nur einige Fertigkeit im mechaniſchen Leſen beſaß, daß nur die Minderzahl eine kurze Erzählung zuſammenhängend ſchriftlich wiederzugeben vermochte, alle aber überhaupt im Denken und in der ſprachlichen Darſtellung äußerſt ungeübt waren. In der Geographie und vaterländiſchen Geſchichte zeigten ſich immer nur bei Einigen ſchwache Spuren des ſeitherigen Unterrichts. Kläglich ſah es aber in der Naturgeſchichte aus, indem ſich da beinahe nichts als einige Bruchſtücke verſchollener Märchen kundgaben.
Solche Schüler wurden in der Regel nur in der Realſchule ſo weit gebracht, wie ſie vor dem Eintritt ſchon hätten vorbereitet ſein ſollen.
Unter ſolchen Verhältniſſen hat ſich die Stadtbehörde an den nun abgezogenen hieſigen Gym⸗ naſialdirector Dr. Weſener mit dem Erſuchen um Auskunft gewendet, nach deſſen Anſicht die Vereinigung der Realſchule mit dem hieſigen Gymnaſium, das ſeine Schüler ſchon mit dem neunten Lebensjahre aufnimmt, aus dieſem und anderen Gründen als zweckmäßig und auch als ausführbar angeſehen werden muß.
Die Stadtbehörde fußte dabei noch außerdem auf der Thatſache, daß die Vereinigung der Realſchule mit dem Gymnaſium bereits vielfältig in deutſchen Staaten erſtrebt worden iſt und noch erſtrebt wird und ſich als höchſt erfolgreich bewährt hat, ſowie ferner darauf, daß durch die damit erzielte Stellung der hieſigen Realſchule unter die Leitung von geprüften Fachmännern unter Ober⸗ aufſicht des Miniſteriums einem weſentlichen Mangel abgeholfen werde.
Dieſe Auskunft iſt in der hier abſchriftlich beigefügten Auseinanderſetzung ertheilt worden; letztere unterſtützt in jeder Beziehung die Anſicht der Stadtbehörde und dürfte vielleicht Veranlaſſung werden, in Betracht zu ziehen, ob nicht darnach auch in einigen Städten Kurheſſens, wo die Realſchulen ebenfalls in Verfall gerathen ſind, Abhülfe geſchaffen werden könne.
Namens des Stadtraths erlaube ich mir daher die dringendſte Bitte an Kurfürſtlices Miniſterium des Innern zu richten:
Hochdaſſelbe wolle nicht allein in Berückſichtigung des beſonderen Intereſſes der hieſigen
Stadt, ſondern auch zur Befriedigung des allgemeinen Bedürfniſſes der Hebung des 2


