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ſich der Erlernung eines Gewerbszweigs zuwenden. Die hieſigen Schulen ſind nichts anderes als gewöhnliche Elementarſchulen, ſie ſollen diejenige Jugend heranbilden, welche ſpäter vorzugsweiſe auf die äußere Natur einzuwirken beſtimmt ſind, ſie löſen ihre Aufgabe, wenn ſie ihren Zöglingen neben den religiöſen Grundwahrheiten auch diejenigen Kenntniſſe und Fertigkeiten aneignen, welche von einfacheren Lebensbeziehungen erheiſcht werden und ihnen eine ſolche geiſtige Ausbildung geben, die zu einfacheren Reflexionen befähigt, wie ſie ein, vornehmlich phyſiſche Kraft vorausſetzender Wirkungskreis nöthig macht.
Die Elementarſchule iſt blos Volksſchule im eigentlichen Sinne des Wortes, d. h. die ihre Schüler nicht über die Grenzen der nothwendigſten Volksbildung hinausführt, weshalb ſie auch keine fremden Sprachen zuläßt, ſondern rein deutſch bleibt.
Die Aufgabe der Realſchule hingegen iſt eine ganz andere; ihre Beſtimmung läuft darauf hinaus, denjenigen Schülern, welche ſpäter eine höhere techniſche oder induſtrielle Berufsart zu ergreifen gedenken, die erforderliche wiſſenſchaftliche Vorbildung und gewünſchte Geiſtestüchtigkeit zu gewähren.
Vor allem ſoll die Realſchule alſo eine Vorbereitungsſchule ſein für die vielen Klaſſen der Gewerbtreibenden, welche einer über das Gebiet der Elementarſchule hinausgehenden Bildung bedürfen und zu einem freieren und rationelleren Betrieb ihrer Gewerbe insbeſondere einiger Kenntniß der Naturwiſſenſchaften und der Sprachen unſerer, den deutſchen an Bildung ebenbürtigen weſtlichen Nachbarvölker benöthigt ſind.
Ueberhaupt muß die Realſchule bei ihren Zöglingen eine tiefer gehende intellectuelle und ſittliche Bildung anſtreben, welche ihrer höheren Lebensſtellung eine gewiſſe Weihe verleiht.
Hat nun die Realſchule einen ganz anderen Zweck im Auge, als die Volksſchule, die Elementar⸗ ſchule, ſo wird ſie ſich auch anderer Mittel zu bedienen haben und ihren Unterricht ganz anders anlegen und einrichten müſſen und eben deshalb kann ſie nicht da beginnen, wo die Elementarſchule aufhört.
Solche Ueberzeugung hat wahrſcheinlich viele Städte, ſo namentlich Kaſſel geleitet, deshalb mit der Realſchule Elementarklaſſen zu verbinden, aus denen dann die Schüler möglichſt gleichmäßig vor⸗ bereitet in die eigentlichen Realklaſſen übergehen.
Als vor 25 Jahren die hieſige Realſchule gegründet wurde, ging man allem Anſcheine nach von der, wie oben ausgeführt, irrigen Anſicht aus, dem gefühlten Bedürfniſſe werde durch Errich⸗ tung einer Realſchule mit zwei Klaſſen, welche als Fortſetzung der Elementarſchule anzuſehen ſei, vollkommen entſprochen. Wie oben ebenfalls bereits angeführt, fand man bald für nöthig, an der gedachten oberen Klaſſe für ſämmtliche hieſige Knabenſchulen ein weiteres Uebergangsglied zu bilden, und außerdem errichtete man noch 1851 eine dritte Klaſſe der Realſchule. Aber der dieſen Ver⸗ ſuchen zu Grunde liegende Irrthum im Princip blieb nothwendig ohne Erfolg, deſſen Mangel von den Lehrern ſelbſt unaufhörlich beklagt und von dem hieſigen intelligenteren Publikum ſtets hart getadelt worden iſt.
Dieſes ungünſtige Urtheil des Publikums wurde außerdem noch durch andere Umſtände, die jedoch nur nebenbei in Betracht kommen, beſtärkt. Einer beſtehenden Vorſchrift gemäß, werden


