Aufsatz 
Die politischen Beziehungen zwischen den Fürsten von Brandenburg und Hessen-Kassel bis zum Anfange des dreissigjährigen Krieges nach archivalischen Quellen dargestellt / von Gustav Wachenfeld
Entstehung
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diesen Mord hatt begangen, von einem Engel in einem gesichte hierzu sey ermahnt worden, Welches Er dann mitt seinen Brüdern in guetten Rath gestellt, ob Er demselben gehorsamen sollte oder nicht, die Imme dann solches zu wergk zu richten zum hochsten gerathen, Und Imme zu Gemüth gefuhret, das man einen offentlichen Tirannen, wie Hennricus 3 gewesen, ob man gleich keinen außtrucklichen Göttlichen befehlich hette, mitt list wol hinrichten möchte, Zuge- schweigen, do man einen außtrucklichen befehlich wie ehr von dem Engel hette.

Am 7. Sept. 1592 condoliert der Markgraf Georg Friedrich zu Onolzbach dem Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel zu dem am 15. August erfolgten Abscheiden seines Vaters und eröffnet mit ihm eine lebhafte Korrespondenz, wie denn auch der Kurfürst Johann Georg von Brandenburg den jungen Landgrafen, mit Bezug auf ihre Verwandtschaft und Erb- verbrüderung, im Briefe vom 12. Mai 1593 seiner aufrichtigen Freundschaft versichert.

Daß diese Freundschaft, welche der Kurfürst Johann Georg in Aussicht stellte, nicht über die bestehenden guten Familienbeziehungen hinausgegangen sein wird, läßt sich bei einem so schroffen und engherzigen Fürsten, der von seinem exklusiven Luthertume gar nicht abließ, schon erwarten. Die Jülichsche Erbfolge und die Bedrängnisse der evangelischen Städte Aachen und Straßburg waren die einzigen Gegenstände seiner politischen Korrespon- denz mit Hessen.

Am 20. Oktober 1594 wohnte Landgraf Moritz der Vermählung des Erbprinzen Johann Sigismund mit Anna von Brandenburg in Königsberg bei. 4 Jahre darauf starb Jo- hann Georg. Da wurde denn der Landgraf angegangen, über einige Punkte des Testamentes zwischen der Witwe des Kurfürsten und ihrem Sohne Joachim Friedrich(1598 bis 1608) zu vermitteln. Auch im Jahre 1599 wurde Moritz um seine Vermittlung gebeten, nämlich zwischen dem neuen Kurfürsten und seinen Stiefbrüdern Christian und Joachim Ernst. Aber auch zwischen Joachim Friedrich und Moritz kam es zu keinem politischen Verständnisse. Jener war wohl nicht so engherzig und fanatisch, wie sein Vater, er sah die Melanchthonianer und die Refor- mierten auch als evangelische Christen an; aber mit ihnen sich enger zu verbinden, hinderte ihn doch die Rücksicht auf das strenglutherische Kursachsen, so sehr auch Elisabeth von England, Heinrich IV. von Frankreich und der Kurfürst von der Pfalz auf die Gefahren der Uneinig- keit, der katholischen Reaktion gegenüber, aufmerksam machten und zu einer großen protes- tantischen Union drängten.

Die protestantischen Unionsversuche reichen bis in die Jahre 1568 und 1569 zurück. Aber Furcht vor dem Kaiser und Spanien, Mißtrauen gegen Frankreich und Abneigung gegen die Reformierten hielten Sachsen und Brandenburg lange Zeit von einem Bündnisse mit anderen protestantischen Staaten zurück. Ja sie standen sogar im Verdachte, eher mit einem Karl IX. von Frankreich gegen die reformierten Hugenotten, als mit diesen gegen den Jesuitismus zu sympathisieren. Erst in den Jahren 1590 und 1591 wurden zu Plauen und Torgau zwischen den Kurfürsten Johann Casimir von der Pfalz und Christian von Sachsen wirkliche Ansätze zu einer protestantischen Union gemacht. Allein mit dem baldigen Tode dieser beiden Kurfürsten zerrann auch das kaum begonnene Unionswerk.

Johann Georg von Kurbrandenburg war nicht der Mann, aus dem gewohnten Ge- leise herauszugehen und etwas für die Sache des Glaubens zu wagen, was ihn in Unannehm-