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Anna von Brandenburg, die ihm bestimmte Braut, den Herzog Albrecht von Mecklenburg hei- ratete, mit Christine, der Tochter des Herzogs Georg von Sachsen:).
Die hessische Ritterschaft, mit der Regentin Anna nicht zufrieden, veranlaßte die Mündigerklärung des erst vierzehnjährigen Erbprinzen Philipp durch Kaiser Maximilian im Jahre 1518, worauf jener seine Regierung antrat, ungefähr gleichzeitig mit dem Beginne der Reformation.
3. Kapitel. Das Reformationszeitalter(1517—1555).
Wie grundverschiedene Naturen waren doch der junge Landgraf Philipp von Hessen und der schon ältere Kurfürst Joachim I. von Brandenburg! Dieser gemessen, stolz, jeder Neuerung abgeneigt, jener gewandt, leutselig, von der Wahrheit der Lehren Luthers und Me- lanchthons ganz durchdrungen, für sie alles einsetzend. Bei solchen Gegensätzen der Charaktere und der Gesinnungen konnte das Verhältnis zwischen beiden Fürsten über die kalte Höf- lichkeit nicht hinauskommen.
Wohl beteiligten sich die erbverbrüderten Fürsten von Sachsen, Brandenburg und Hessen noch gemeinsam an der Unterdrückung des der Sache der Reformation ebenso wie der der katholischen Kirche schädlichen Bauernaufstandes unter Thomas Münzer(1525), aber schon im selben Jahre gingen die Interessen Brandenburgs und Hessens weit auseinander.
Herzog Georg von Sachsen brachte mit Joachim I. von Brandenburg, dessen Bruder Kardinal Albrecht von Mainz, dem Verbreiter des ärgerlichen Ablasses in Deutschland, sowie mit Heinrich und Georg von Braunschweig am 2. Juli 1525 zu Dessau das erste katholische Bündnis zustande, worauf Kursachsen und Hessen mit dem Torgauer Bündnisse von 1526 antworteten.
Eine gereizte Korrespondenz zwischen Joachim I. und Philipp entstand über die Packschen Händel im Jahre 1527, wo der Landgraf den falschen Aussagen und Aktenstücken Ottos von Pack, des Kanzleiverwesers des Herzogs Georg von Sachsen, von einem Breslauer Bündnisse aller katholischen Fürsten gegen die evangelischen zu rasch Glauben geschenkt und seinem Zorne gegen Joachim zu stark Luft gemacht hatte.
Joachim erwidert ihm fest und ernst und wirft ihm Leichtgläubigkeit, sowie die Lust mit ihm zu„kyfen“ vor.„Ich mochte E. L. wohl gonnen“, schreibt er 1528,„sie kehret vor iren aigen hauss notturftig, liessen mich zufrieden und stunden fremder handel mussig“²). Die Vorgänge im Reiche und in seinem eigenen Hause, wo die lutherische Kurfürstin Elisabeth den tyrannischen Gemahl verlassen hatte(1528), der Übertritt seiner Vettern Georg und Albrecht von Brandenburg zur evangelischen Lehre, dies und anderes erbitterte den Kurfürsten Joachim so sehr, dass er sich auf dem Reichstage zu Augsburg(1530) zu Kußerungen hin- reißen ließ, die doch selbst einem Karl V. zu stark dünkten¹). Als dann im Jahre 1532 ein
¹) Rommel III, S. 286.
²) Neudecker, Urkunden aus der Reformationszeit, S. 60. ³) Droysen II. 2, S. 220.


