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Nachdem der Kurfürst im Jahre 1427 zwischen dem Landgrafen und dem Erz- bischofe Konrad von Mainz einen Frieden vermittelt hatte¹), stiftete, zum Danke für diesen Freundschaftsdienst, Landgraf Ludwig am 1. Juni 1439 zwischen Kurbrandenburg und Kur- sachsen, welche, schon an sich eifersüchtig auf einander, über den Würzburger Kapitelstreit, eben zu den Waffen greifen wollten, den Vergleich zu Lichtenfels und vermittelte ein Verlöb- nis zwischen dem brandenburgischen Kurprinzen Friedrich und der sächsischen Prinzessin Katharina, einer Schwester des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen von Sachsen und der Landgräfin Anna.²) Bald darauf, am 2. Februar 1440, schlug der Kurfürst Friedrich I., in Gemeinschaft mit dem böhmischen Abgesandten Heinrich von Plauen, auf dem Wahltage zu Frankfurt den Landgrafen Ludwig von Hessen zum deutschen Kaiser vor*), welche Ehre dieser aber bescheiden ablehnte.
Friedrich I. starb bald darauf. Sein Sohn Friedrich II., ein Gesinnungsgenosse des Landgrafen, führte 1441 seine sächsische Braut heim und erneuerte seine Erbeinigung mit Sachsen), nachdem der Landgraf noch einmal in dem Würzburger Kapitelstreite hatte vermit- teln müssenb).
Am 25. Juli 1445 schlichteten die Fürsten von Sachsen, Brandenburg und Hessen einen Streit zwischen den Grafen von Henneberg), kurz vor dem Ausbruche jenes unheil- vollen und mit so großer Erbitterung geführten Bruderkrieges zwischen dem Kurfürsten Frie- drich dem Sanftmütigen und dem Herzoge Wilhelm von Sachsen, welcher Krieg, trotz Ludwigs Vermittelung, immer von neuem wieder ausbrach und im Jahre 1449 auch Kurbrandenburg mitzog?).
Im Herbste 1448 hatte nämlich Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg ohne Wissen und Willen des Kaisers die Landvogtei über die Lausitz von den Herren von Polenz käuflich an sich gebracht. Dem Kurfürsten von Sachsen aber war, während deren Minderjährigkeit, von ihrem Vetter und Vormunde Nickel von Polenz, welcher damals jenes böhmische Lehen verwaltete, dasselbe Land auch versprochen worden. Darüber kam es zum Kampfe zwischen Kurbrandenburg und Kursachsen, welcher unglücklich für letzteres ausfiel. Auf brandenburgi- scher Seite stand Herzog Wilhelm von Sachsen, auf kursächsischer standen die auf Brandenburg eifersüchtigen Nachbarn, Rostock, Magdeburg, der deutsche Orden, die Herzöge von Schlesien, Braunschweig, Mecklenburg und Pommern. Der Kaiser Friedrich III., welcher früher selbst das Feuer geschürt hatte, mahnte jetzt im Interesse seines bedrohten Schwagers, des Kurfürsten von Sachsen, zum Frieden, welcher auch am 23. Januar 1451 zu Naumburg abgeschlossen wurde. Brandenburg behielt, gegen Abtretung von Senftenberg und Hoyerswerda an Kur- sachsen, im Einverständnisse mit den lausitzischen Ständen, die Vogtei über die Lausitz?).
0) Rommel II, S. 276. Droysen I, S. 491. Aschbach, Kaiser Sigismund III., S. 301.
²) Riedel, Cod. diplom. Brand. II, 4 pag. 195. Droysen I, S. 639.
³) Rommel II, S. 302. Droysen I., S. 642.
¹) Riedel II, 4 p. 245. Müller, sächs. Annalen S. 31 führt irrtümlich den 10. Okt.(statt des 11. Juni) als Datum der Erbeinigung an.
⁵) Raumer, Cod. diplom. Brand. I, pag. 173 und 197. Riedel, Cod. diplom. II, 4 p. 216 und 240— 243.
6) Schultes, Diplomat. Gesch. von Henneberg II, Urkundenbuch S. 263.
¹) Rommel II, S. 304. Joh. Seb. Müller, sächs. Annalen S. 25. Böttger, Gesch. von Sachsen I, S. 323 bis 327. Teuthorn, hess. Gesch. VII, S. 191.
³) Riedel II, 4 p. 445. Droysen II, 1. S. 130. Souchay, Gesch. der deutschen Monarchie, IV, S. 283, welcher
nur irrtümlich den 23. Juni als Friedensdatum angibt. 1*


