Aufsatz 
Über das Verhältnis der Rede Isokrates peri antidoseos zu Platos Apologie des Sokrates
Entstehung
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Die Gegenüberstellung curer 266 cuͤrot stammt offen⸗ bar aus der angeführten stelle der Apologie: π½ εεαντον Eαροτο. Daß die ganze Partie aus der Apologie entnommen ist, geht auch aus dem schwer verständlichen und geschraubten Ausdruck reνν ν νε⁸ cτοσν ꝗιοἀì²νσοìασν ονν το Eπιἀìτπέιπιοοννα hervor, der offenbar eine Reminiscenz eines Platonischen satzes ist. Apol. 20 b fragt sokrates nämlich den Kallias: viy o rreνν ꝗννναìνο ëπκ˙ι³ον(die söhne des Kallias), πνα œιστονν C% eνεις πιανταετυν μαερεν: Isokrates wagt es also seine Thätigkeit für die sittliche Erziehung der Jugend mit der seines Lehrers sokrates zu vergleichen. Wenn wir freilich fragen, was jeder von beiden unter sittlicher Erziehung verstand, so lautet die Antwort sehr verschieden. sokrates erkannte es als seinen höchsten Lebensberuf, seine Mitbürger über ihre Irrtümer auf zuklären und sie zur wahren Tugend und sittlichkeit anzuleiten, Isokrates dagegen glaubte(s. 275 ff), sein rhetorischer Unterricht genüge, um die Jünglinge zu sittlich tüchtigen Menschen zu machen, weshalb er denn auch kein Bedenken trug, seine Thätig keit mit dem hehren Namen Philosophie zu belegen.

Wir sind in unserer Untersuchung an die Epiloge beider Reden angelangt. Wenn wir schon im Proömium der Antidosis starke Anklänge an die Apologie gefunden haben, so müssen wir den Epilog geradezu als direkte Nachbildung bezeichnen, denn es begegnen uns hier dieselben Gedanken fast mit denselben Worten ausgedrückt. schon Coraes macht darauf aufmerksam(s. 250) und schließt hieraus, Isokrates habe die Rede hauptsächlich deshalb geschrieben, um den Athenern das Unrecht, welches sie durch die Verurteilung des sokrates verübt hätten, vorzuhalten. Diese Annahme läßt sich jedoch durch nichts rechtfertigen. Es fehlt zwar, wie schon erwähnt, nicht an stellen, welche man als An⸗ SPielungen an jenes Ereignis auffassen kann(§ 19 und 170), auch erklärt der Redner ausdrücklich, daß er eine Verteidigung der so falsch beurteilten Philosophie(§ 176: π τ ιεατννοινοσ νιάσπνσν άν πν νινονσαοννασα ρο ν οπάαρι beabsichtige, aber das geschah alles nur zu dem Zweck, seiner sache ein erhöhtes Interesse zu sichern und seiner Rhetorik, der er den an⸗ geseheneren Namen Philosophie gibt, eine größere Beachtung und gerechtere Beurteilung zu verschaffen. Deshalb schrieb er denn auch seine Verteidigungsrede nach dem unerreichten Muster,