Aufsatz 
Das Leben und die pädagogischen Bestrebungen des Wolfgang Ratichius : 1. Abteilung
Entstehung
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Andere Außlendiſche Völker ihrer Mutterſprache, Wie ſie können vnd vermögen, fortpflantzen, ſo wol bey etlichen durch die freyen Künſte darinnen beſchrieben, Alß durch frembde geſanthen Anbringen, Welche nicht in Ihrer, ſondern Alda vblichen Landesſprach wegen vieler Vhrſach Am ſicherſten gehört werden. Zum Anderen, wie ein ein⸗ trechtig Policie vnd Regiment Im Reich Anzuſtellen, zeiget ſich etzlicher Maßen Auffs Corpus Juris, Darinnen die heut zu Tag vnnötige Text Außgeſetzet, Auch den vnzahlichen Mißbreuchen, in einem oder anderem, nach Anweißung h. Göttlicher ſchrifft, der gerechtigkeit zur ſteuer, entgegengebawet werde. Zum Dritten, wie ein einträchtige Religion zu gewarten, hat es nicht dieſe Abſcheuliche vnd VuChriſtliche Meinung, Alß wolte Ich die wiederwertige Religionen vereinigen vnd vergleichen, oder Irgend mit liſtig ſcheinbarem Vorgeben grobe Irthumb bementelen, wie vor deßen mit dem Interimsbuch verſuchet, oder wie vnlengſt die Heidelbergiſche

Theologen, Auch Andere vermeinte WeltWeiſe Leute ſich vnderſtanden, liecht vnd finſternus, Chriſtum vnd

Belial, zuuereinbahren, ſondern das Ich Mittel An die Hand geben woll, Krafft Derer, ſo viel müglich,

dürch Gottes gnade vnd Willen, den Papiſten, Caluiniſten, Arianern, Photinianern, Schwengkfelderen, Wieder⸗

teuffern ꝛc., oder wie ſie vnd Andere Kätzer nahmen haben mögen, Abbrüch geſchehen, vnd Alſo ehr vnd mehr,

Alß jetzo, durch Chriſtliche vnd In Gottes Wort vnuerbottene zuleßige Mittel, die Reine, Wahre, Apoſtoliſche

vnd Lutheriſche Lehr könne eingeführet, fortgebracht vnd erhalten werden. Vnd iſt zwar dieſes vnter Andern

Mitteln, domals Auß wichtigen Bedencken, wegen der Religionsfeinde vnd Wiederſacher wolmeinent verhalten,

nicht das Weinigſte, das man in Vnterrichtung der Jugend nicht mehr Auff der Vätter vnd Anderer Theologen

gloßen vnd Außlegung ſehen ſolle, Alß Allein Auff rechtmeſſige ſchriffterklerung, Damit nicht die Jugent

Anfangs Alſobald von vleißiger Vbung der ſchrifft Abgeleitet werde, Aldieweil dieſe einig vnd Allein dürch

Verſtendnüß der ſprachen, vnd dan Auch Altes vnd N. T. vleißige Gottsfürchtige betrachtung vnd Zuſamen⸗

haltung geſchehen muß, wo wir anders nicht ein Zwey oder Driefache Norm verffallender irthumb mit den

Papiſten Außführen wollen; Sintemahl Aller Vätter vnd Theologen ſchrifften, Wie ſie Auch ſein, nicht weiter

von vns Angenohmmen werden, Alß ferne ſie mit der einigen richtſchnur Gottliches Worts eintreffen, vnd

derwegen In forſchung der ſchrifft ohne Alles Anſehen einiger gloßen oder erklerungsſchrifften, die Außlegung

für die Hand genommen werden ſoll, Dahin dan in Auffhebung. oder Außlaßung der gloßen, ſo der meiſten

exemplaren faſt Jeder ſprach beygefügt, einig vnd Allein geſehen, Sintemal hiervnter meine Meinung Im

geringſten nicht, Alß wolte Ich nützliche Bücher, oder ſchriffterklerung, Alß H. Lutheri, Brentii, Jacobi

Andreae, Chemnitii, Hunnii, Philippi Nicolai ꝛc. vnd Anderer fürnehmer reiner Lehrer, gantz Abgeſchafft

wißen, Dan ſo dieſe zu rechter vnd bequemer Zeit gebraucht werden, Ihren ſonderbaren vnd vnaußſprechlichen

Nutz haben, Aldieweil doch, beſage der ſchrifft, die Gabe, das Wort Gottes Außzulegen, bey einem mehr Alß

bey den Anderen zu finden, Auch der h. Geiſt fürnehmlich etzliche ſeiner Diener hierzu mit beſonder gaben

Außgerüſtet.

Das faſt Am ende des Memorials geſetzt, das vermittelſt der Ebreiſchen ſprach ꝛc. man ſelber mit Gott reden könne, kan zwar, Wie Ich Neülich erinnert worden, vor ein vorfenckliche rede Angedeutet werden, iſt Aber meine Meinung Dieſe vnd keine Andere, das man Gottes weſen vnd willen Auß denen Sprachen, Darinnen ehr ſich durch die Propheten vnd Apoſteln Anfencklich erkleret, beßer vnd mehr vernehmen könne, Alß wan man Andere Dolmetſchung Allein zur Hand habe. Dan ob wol Gott dem Heiligen Geiſt eine ſprache wie die Andere Am bekandeſten, ſo wil doch nicht folgen, das wir In einer oder Anderen Dolmetſchung die Arth vnd eigenſchafft der Ebreiſchen vnd Griechiſchen Sprach ſo fertig vnd eben ergrunden.

Das Ich Auch ohne Interſcheid von Alten vnd Jungen Meldung gethan, iſt liecht von Verſtendigen zu erAchten, Das nicht Alle vnd Jedes ſtandes Perſonen ſtets vnd Alwege zur Anweiſung gleich bequem gefunden werde, welche mein beſtendige Meinung, Die Ich damals, bezeuge meines gewißens, In Vbergebung des Memorials, da Ich vnuerſehens dürch gnedigſten Beuehl zu ferner erklerung derſelben Angereget worden, Innerhalb weinig ſtunden, Auffs Kürtzeſte verfaßen müßen, In Welchen ſo Ich nach meinem Wunſch vertrewte