Aufsatz 
Vortrag, gehalten bei der Feier des 100jährigen Todestages Friedrich Schillers am 9. Mai 1905. Ein Gedenkblatt für die Schüler
Entstehung
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An Hemmerlings Stelle trat mit Beginn des neuen Schuljahres der zum Oberlehrer ernannte Kandidat Lieſer¹) vom Gymnaſium in Andernach, an Stelle des als Direktor an das Progymnaſium in St. Wendel berufenen Oberlehrers Dr. Fiſcher der zum Oberlehrer ernannte Kandidat Lauf²) vom Gymnaſium in Emmerich, während Prof. Chriſta vom Gymnaſium in Siegburg der Anſtalt als Erſatz für den nach Siegburg ver⸗ ſetzten Oberlehrer Dr. Felten überwieſen wurde und Seminarkandidat Dr. Schneider die Vertretung des beurlaubten Oberlehrers Bender übernahm. Als Nachfolger des nunmehr feſt als Kreisſchulinſpektor in Mayen angeſtellten Oberlehrers Bender wird von Oſtern 1906 ab Oberlehrer Papenhoff vom Gymnaſium in Meppen in das Lehrerkollegium eintreten.

Da die beiden Tertien wegen Ueberfüllung in einigen Lehrgegenſtänden geteilt werden mußten, wurde durch Verfügung vom 29. September der Seminarkandidat Schmitz vom Königl. Gymnaſium in Düſſeldorf während des Winterhalbjahres aushilfsweiſe an der Anſtalt voll beſchäftigt. Schmitz und Dr. Schneider werden wohl auch im neuen Schuljahre an der Anſtalt bleiben, da vorausſichtlich ſowohl die Tertia wie die Oberprima geteilt werden muß.

Durch Verfügung vom 6. Oktober 1905 wurde der Kandidat Tißen dem Gymnaſium zur Ableiſtung des Probejahres überwieſen.

Die Geſundheit der Lehrer war im Berichtsjahre weniger günſtig als im vorigen. So war Prof. Mertens, nachdem er bereits im April 2, im Mai 5 und im September 2 Tage wegen Krankheit hatte fehlen müſſen, vom 2. Oktober bis zum 27. November beurlaubt und wurde vom Seminarkandidaten Weißen⸗ fels vertreten. Der techniſche Lehrer Rolf mußte wegen Krankheit vom 27. Oktober bis 26 November und außer mehreren Tagen im Dezember vom 19. Januar bis zum Schluſſe des Schuljahres durch den Probe⸗ kandidaten Tißen vertreten werden.

Da Rolf bis zum Herbſt beurlaubt iſt, wird mit Beginn des neuen Schuljahres der Volksſchullehrer Schumacher die Vertretung übernehmen. Auch Oberlehrer Dr. Schwamborn, der bereits im Dezember 5 Tage den Unterricht ausſetzen mußte, war genötigt, ſich vom 19. Februar bis zum Schulſchluſſe be⸗ urlauben zu laſſen. Seine Vertretung übernahm Rektor Wirtz. An der Erteilung des Unterrichts wurden ferner wegen Krankheit verhindert Prof. Chriſta 20 ½ Tag, Oberlehrer Dr. Labujewski 3 Wochen, während Oberlehrer Dr. Schäfer und Aſſiſtent Wirtz je 4, Prof. Heidt und Oberlehrer Dr. Jardon je 3 und Ober⸗ lehrer Dr. Bourauel 2 Tage vertreten werden mußten. Aus anderen Gründen, freudiger wie trauriger Natur waren beurlaubt: Prof. Chriſta und Volksſchullehrer Müller je 8, Oberlehrer Dr. Wieſe und Ober⸗ lehrer Dr. Hilff je 3, außerdem 4 Herren je 1 Tag. Dazu kommt noch, daß Oberlehrer Dr. Wieſe vom 25. Juli bis 20. Septbr. 1905 und Oberlehrer Lauf vom 22. März bis zum 16. Mai 1906 zur Ableiſtung einer 8wöchigen militäriſchen Dienſtleiſtung einberufen wurden.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler ließ auch in dieſem Jahre manches zu wünſchen übrig. Viele von ihnen wurden durch Krankheiten mannigfachſter Art tage⸗ und wochenlang dem Unterrichte ferngehalten. Ein Schüler mußte wegen Kopfroſe und deren Folgen ſogar 7 Wochen, ein anderer wegen Nierenentzündung 9 Wochen den Unterricht ausſetzen; 2 Schüler waren wegen hartnäckiger Magen- und Darmleiden den größten Teil des Jahres beurlaubt. Wegen nervöſer Abſpannung mußten 2 Schüler mehrere Wochen vor Schulſchluß in die Heimat entlaſſen werden..

¹) Wilhelm Lieſer, geboren am 13. September 1874 zu Vochem(Landkreis Köln), beſtand am Königl. Friedrich⸗ Wilhelms⸗Gymnaſium zu Trier am 15. Februar 1898 die Reifeprüfung, ſtudierte dann Geſchichte, Germaniſtik und alte Sprachen an den Univerſitäten Münſter i. W. und Bonn. Nach Ablegung der Staatsprüfung zu Bonn am 7. Februar 1903 wurde er zur Ableiſtung des Seminarjahres vom 1. April 1903 bis 1. April 1904 dem Pädagogiſchen Seminar am Königl. Kaiſerin Auguſta⸗Gymnaſium in Koblenz überwieſen. Das Probejahr leiſtete er vom 1. April 1904 bis 1. April 1905 am Gymnaſium zu Andernach ab und wurde dann als Oberlehrer an unſere Anſtalt verſetzt.

²) Guſtav Lauf, geboren am 4. Mai 1878 zu Eſſen a. d. Ruhr, erhielt das Zeugnis der Reife Oſtern 1897 am Kgl. Gymnaſium zu Eſſen, ſtudierte dann alte Sprachen, Geſchichte und Franzöſiſch an den Univerſitäten Münſter und Marburg. Am 9. Mai 1902 beſtand er an der Univerſität Münſter die Staatsprüfung. Im Seminarjahre war er von Mai 1902 bis Oſtern 1903 am Gymnaſium in Herford und von Oſtern 1903 bis Oſtern 1904 als Probekandidat am Gymnaſium in Emmerich tätig. Vom 1 April 1904 bis 1. April 1905 genügte er ſeiner Militärpflicht. Zu Oſtern 1905 wurde er als Oberlehrer an unſere Anſtalt beruſen.