Aufsatz 
Vortrag, gehalten bei der Feier des 100jährigen Todestages Friedrich Schillers am 9. Mai 1905. Ein Gedenkblatt für die Schüler
Entstehung
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Weiſe zu verfahren iſt, daß das für das betreffende Vierteljahr gezahlte Schulgeld der erſteren Anſtalt verbleibt und an der zweiten Anſtalt für dieſes Vierteljahr kein Schulgeld entrichtet wird.

Ein Miniſt.⸗Erlaß vom 23. Dezbr. 1905 teilt dann mit, daß auch ſämtliche Patronate der nicht ſtaatlichen höheren Lehranſtalten ſich bereit erklärt hätten, dem Vorgehen der Staatsbehörde ſich anzuſchließen und infolgedeſſen dieſe Beſtimmungen auch auf den Übergang von Schülern einer nichtſtaatlichen höheren Lehr⸗ anſtalt auf eine andere nicht ſtaatliche höhere Lehranſtalt Anwendung fänden.

6. Dezember 1905. Prov. Schulk. Es wird beſtimmt, daß an allen höheren Lehranſtalten, welche den fünfſtündigen Vormittagsunterricht auch im Winterhalbjahre durchgeführt haben, der Unterricht ſtets, alſo auch vom 15. November bis zum 15. Februar, um 8 Uhr beginnen und um 1 Uhr geſchloſſen werden ſoll. Vorausſetzung für den Beginn des Unterrichts um 8 Uhr iſt die Möglichkeit, die Klaſſenzimmmer künſtlich zu beleuchten. Wo dies nicht der Fall iſt, hat, wenn nicht für das ganze Winterhalbjahr, ſo doch für die Zeit vom 15. November bis zum 15. Februar an Stelle des fünfſtündigen Vormittagsunterrichts durchweg der vierſtündige Vormittagsunterricht in Verbindung mit dem in der Regel zweiſtündigen Nach⸗ mittagsunterricht zu treten.

7. Dezember. Ferienordnung für das Schuljahr 1906.

Schluß des Unterrichts: Anfang des Unterrichts: 1. Pfingſtferien: Freitag den 1. Juni, Dienstag den 12. Juni, 2. Herbſtferien: Mittwoch den 8. Auguſt, Donnerſtag den 13. September 3. Weihnachtsferien: Samstag den 22. Dezember Dienstag den 8. Januar 1907. 4. Oſterferien: Mittwoch den 27. März 1907. Dienstag den 16. April 1907.

Der Unterricht wird jedesmal vormittags 12 Uhr geſchloſſen.

23. Dezember 1905. Prov. Schulk. Mit Rückſicht auf den von der Stadt Neuß geforderten hohen Koſtenbeitrag wird von einer Weiterführung des geräuſchloſen Pflaſters in der Kanalſtraße im Intereſſe des Gymnaſiums abgeſehen.

m. Chronik der Unstalt.

Das neue Schuljahr begann am Mittwoch, den 26. April, morgens 8 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienſte in der Münſterkirche, nachdem am Tage vorher die Aufnahmeprüfung ſtattgefunden hatte.

Oberlehrer Hemmerling, der, wie bereits im vorjährigen Programme erwähnt worden, wegen andauernder Krankheit ſchon längere Zeit beurlaubt war und am 1. Mai in den Ruheſtand treten wollte, ſollte ſich der wohlverdienten Muße nicht mehr erfreuen. Schon während der Oſterferien erlöſte ihn der Tod von ſeinem langen Leiden. Das Lehrerkollegium widmete ihm folgenden Nachruf:

Am 7. April entſchlief nach langen ſchweren Leiden unſer lieber Amtsgenoſſe

Herr Oberlehrer Friedrich Wilhelm Hemmerling im Alter von 45 Jahren.

Sein biederer Charakter, ſeine unermüdliche Pflichttreue und die bewunderungswürdige Energie, womit er, ſolange ſeine Kräfte ausreichten, ſeines Amtes waltete ſowie ſein Eifer in der Förderung der ihm an⸗ vertrauten Jugend und ſeine Liebenswürdigkeit gegenüber ſeinen Amtsgenoſſen ſichern ihm ein ehrendes Andenken.

Neuß, den 10. April 1905.

Der Direktor und das Lehrerkollegium des Königlichen Gymnaſiums. 4