3. Der Jakobusbrief 4. Die Paulus-Schriften: a) Die 2 Briefe an die Thessalonicher, b) Die vier grossen Lehr- und Streitbriefe: an die Römer, Korinther(I u. II) und Galater, c) Die Ge- fangenschaftsbriefe: an die Epheser, Philipper und Kolosser 5. Der 1. Petrusbrief 6. Die Pastoralbriefe: an Timotheus(I u. II) und Titus 7. Der Hebräerbrief 8. Der 2. Brief Petri und der Judasbrief 9. Die Offenbarung Johannes' 0. e Johagaes-Sehrilten: Das Evangelium nach Johannes und die Johannes-Briefe 11 u. III) G
Die Schriftengruppe oder Einzelschrift ist hinsichtlich ihrer Aussagen über die Sünde nach 3 Gesichtspunkten betrachtet, die mir zur Erzielung der Übersichtlichkeit besonders geeignet erschienen. Es wird behandelt: a) das Wesen der Sünde, b) die Allgemeinheit der Sünde, c) die Entstehung der Sünde bei der Einzelperson. Für die synoptischen Schriften ist unter a noch „die Thatsächlichkeit der Sünde“, für die 4 grossen Paulusbriefe unter b„der Ursprung der Sünde in der Menschheit“ eingefügt worden. Bei dieser Art der Behandlung des vorliegenden Stoffes werden manche Bibelstellen mehrmals angeführt, doch ist dies der Klarheit förderlich und in religiös-sittlichen Fragen hat die Bibel das Hauptwort zu führen. Daher sind auch die zahl- reichen Belegstellen aus ihr meist abgedruckt worden. Der Text derselben ist der vorzüglichen Übersetzung des N. T. durch D. Karl Weizsäcker(J. K. B. Mohr, Freiburg i. B.) entnommen. — Auf Nr. 10 folgen Schlussbemerkungen.
Bezüglich meiner ganzen Arbeit bemerke ich, dass ich durch den mir zu Gebot stehenden knappen Raum genötigt war, mich vielfach auf Andeutungen zu beschränken, wo ich gern mehr gesagt hätte, und auf die Auseinandersetzung mit abweichenden Ansichten gänzlich zu verzichten.
1. Die synoptischen Schriften.
a) Thatsächlichkeit und Wesen der Sünde. Jesus Christus, dessen Lehre uns die synoptischen Evangelien neben der Schilderung seiner Thaten und Erlebnisse am unmittelbarsten darbieten, sieht die Sünde als einen allbekannten Faktor des menschlichen Lebens an und tritt daher mit der gleichen, nicht näher begründeten Forderung wie Johannes der Täufer auf den Plan.„Thut Busse!“(ueravosirs d. h. ändert euren Sinn!), ruft er denen zu, die seiner Rede lauschen, und will sie so zunächst veranlassen, sich ihres sündigen Zustandes bewusst zu werden. Er gibt nirgends eine Begriffsbestimmung der Sünde, hält es aber trotzdem für selbst- verständlich, dass alle, die ihn hören, wissen, dass sie durch jenen Ruf zum Kampfe gegen ihre eigene Sünde aufgefordert werden, und was sie als Sünde anzusehen haben. In den Worten des A. T. war ja den Juden, an die er sich wendet, ein Wegweiser zum„Leben“ d. h. zum gott- wohlgefälligen Sinn und Wandel gegeben. Diesen erkennt Jesus(Mr. 7, 10. 10, 19. 12, 29—31. Mt. 5, 21. 27. 33. 38. 15, 4. 19, 17—19. 22, 34—40. Lk. 10, 26— 28. 18, 20) unumwunden an und sagt(Mt. 5, 17) ausdrücklich:„Denket nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen(d. h. zu entwerten); nicht aufzulösen bin ich gekommen, sondern zu er- füllen“(ν„νοαα d. h. in der in der Bergpredigt an einigen Geboten dargelegten Art alle ge- setzlichen Vorschriften auf ihren tiefsten Sinn zu bringen, das im A. T. gegebene Sittengesetz voll und ganz auszugestalten). Alles, was gegen dieses verstiess, galt den Juden als Sünde. Folglich bezeugte Jesu der Blick auf das Thun und Lassen des Volkes ihr Vorhandensein in dessen Kreisen. Dieser Eindruck musste sich ihm bedeutend verstärken, wenn er bei seiner Beurteilung des Volkslebens das durch ihn selbst„erfüllte“ Gesetz als Massstab gelten liess, wenn er durch die das äussere Leben seiner Volksgenossen bestimmende Zucht hindurch den Mangel an religiöser und sittlicher Verinnerlichung fest im Auge behielt.
Vergeblich suchen wir nach einem Ausspruch Jesu, der uns kurz und bündig sagte, worin das Wesen der Sünde liege. Er hat sie vielmehr von verschiedenen Seiten aus angesehen und charakterisiert, mit verschiedenen Ausdrücken benannt. So bezeichnet αμαοric(ausser Mt. 12, 31 im plur.) und aᷣνοu die Verfehlung des dem Menschen von Gott gesteckten Zieles, dôula den Verstoss gegen das göttliche Recht. dvyoula den Verstoss gegen das göttliche Gesetz, 5ceiaννμα die Nichterfüllung der Verpflichtung gegen Gott, die Verschuldung, α⁴mνπμπααα ddie Be-


