Aufsatz 
Die Montabaurer Amtsbeschreibung des Hofrats Damian Linz, geschlossen den 31. Dezember 1786 : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

9. Pfarrei Heiligenroth. Kein Filialort dabei. Früher gehörte ſie auch zu Montabaur, Zeit der Abgrenzung unbekannt.

Gefälle: Fruchtzehnten und Kapitalien. Bauherr: Das Stift Florin. Neubau i. J. 1781. Die Kollation des Pfarramts übten wechſelweiſe das Stift Florin und der Kurfürſt aus. Früher war es ein Recht des Stiftes allein. Weil aber Großholbach, das Kurtrier zuſtand, mit der Heiligenrother Pfarrei verbunden wurde, löſte man die Frage im obengenannten Sinne.

10. Pfarrei Helferskirchen mit 215 Seelen. Filiale: Niederdorf. Ein Freiherr hatte die Kirche erbaut und reichlich dotiert. Die Rechnungsablage geſchah wie in Holler. Die Ge⸗ fälle ſtammten aus Fruchtzehnten und Kapitalien. Die Kirche erhielt ſich ſelbſt. J. J. 1765 Neubau. Kirche und Paſtor zogen allein in der ganzen Gemarkung den Zehnten. Kurtrier vergab die Pfarrei.

11. Großholbach mit 231 Seelen, Filialen: Klein⸗Holbach mit 152 Seelen, Giroth 250 Urſprünglich war die Kirche mit der Pfarrei Nentershauſen verbunden. Ein Adliger er⸗ baute die Kirche. J. J. 1711 gingen die Filialen von Nentershauſen an Großholbach über. Der Paſtor von Nentershauſen nahm jedoch noch i. J. 1786 einen Teil des Girother Zehnten.

Die Kirchengefälle beſtanden in Kornzinſen und Kapitalien. Die Kirchbaukoſten beſtritten die Zehntherren: Stift Dietkirchen, Freiherr von Hohenfeld, Freiherr von Dehren. Neubau ums Jahr 1756. Der Kirchhof diente nur für Großholbacher Begräbniſſe. Kleinholbach hatte eine ums Jahr 1774 erbaute Kapelle und einen Kirchhof. In erſterer wurden Anniverſarien geleſen. Giroth beſaß Kapelle und Friedhof; erſtere war i. J. 1786 baufällig.

Die Ernennung des Pfarrers beſorgten abwechſelnd wie in Heiligenroth das Stift Florin und Kurtrier. Noch i. J. 1786 mußte der Paſtor von Großholbach wegen Heiligenroth einen Kaplan halten.

12. Pfarrei Nentershauſen mit 395 Seelen, Filialen: Numborn 233

Heilberſcheid 324 Sespenroth 34

Sie war ſchon i. J. 1564 Mutterkirche, als die 4 Kirchſpiele Kurtrier zugeſprochen wurden. Die Zehntherren waren zum Bau verpflichtet. Sie wollten die zu kleine, baufällige Kirche nur ausbeſſern, nicht erweitern. Alle außer Nomborn begruben ihre Toten in N. Nomborn ver⸗ fügte über einen Friedhof und eine Kapelle für Anniverſarien. In der Pfarrei N. blühten zwei geſtiftete Bruderſchaften: 1. die Sakramentaliſche mit einem Kapital von 420 Tlr.; 2. die Marianiſche Liebesverſammlung mit 216 Tlr. Kapital. Letztere unterhielt den Marienaltar. Zwei beſondere Bruderſchaftsmeiſter verwalteten ſie. Bei der Rechnungslage erſchienen Paſtor und Send. Das Stift Dietkirchen beſaß das Anſtellungsrecht.

13. Pfarrei Nieder⸗Erbach mit 196 Seelen, Filiale: Görgeshauſen 211

Urſprünglich gehörte ſie auch zu Nentershauſen; lange vor d. J. 1564 wurde ſie abge⸗ trennt. Die Zehntherren mußten für den Kirchbau ſorgen; der Kirchhof wurde von beiden Gemeinden benutzt. In der Kapelle zu Görgeshauſen wurden außer einer monatlichen Meſſe die fundierten geleſen. Die Rechnungsablage geſchah vor dem Pfarrer und Send. Kurtrier beſetzte die Pfarrei.

14. Pfarrei Hundſangen mit 568 Seelen, Filialen: Wallmeneich 64 Oberhauſen 106 Weeroth 120 Pützbach 147