Aufsatz 
Die Montabaurer Amtsbeschreibung des Hofrats Damian Linz, geschlossen den 31. Dezember 1786 : 1. Teil
Entstehung
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c. Die Fundation rührte von Opfern und kleinen Stiftungen her.

d. Rechnungsablage erfolgte durch einen jährlich wechſelnden Kirchenmeiſter in Gegenwart des Stadtpfarrers, der beiden amtierenden Vikare und zweier Sendſchöffen.

e. Gefälle i. J. 1784 211 Taler.

f. Wenn ſie keine ausreichende eigene Kirchenfabrik beſaß, mußten die Untertanen aus⸗ helfen. J. J. 1759 Neubau. Lehrer und Glöckner wurden von der Schuldirektion ernannt, die Kirchenmeiſter vom Stadtpfarrer und Send. Da das Amt wenig einbrachte und läſtig war, mußte jährlich gewählt werden. Man ging der Reihe nach. Neue Ver⸗ ordnung am 4. 12. 1784 und am 21. 6. 1786.

6. Pfarrei Oberelbert mit 187 Seelen.

Filiale Welſchneudorf mit 179 Seelen. Oberelbert und Welſchneudorf gehörten früher zu Holler und wurden abwechſelnd von beiden Vikaren verſehen. Am 19. 2. 1770 Separation. Gefälle laut Rechnung vom 4 12. 1784: 306 Taler 46 Alb. Kirchhof für beide in Oberelbert. In Welſchneudorf eine Kapelle. Abwechſelnd in Oberelbert und Welſchneudorf an Sonn⸗ und Feiertagen Gottesdienſt. Gefälle in Welſchneudorf: 60 Taler 12 Alb. Ungeachtet der Be⸗ ſchwerden des Florinſtiftes und des Stadtpfarrers ernannte der Kurfürſt den Pfarrer in Oberelbert.

7. Kirchähr mit 17 Seelen.

Filialen: Dies mit 23 Seelen, Ettersdorf 59 Gackenbach 13 Horbach 176 Hübingen 180

Vermutlich gehörte Kirchähr früher zu Montabaur, ſpäter war es ſelbſt Mutterkirche.

Die Fundation rührte her von einem Adligen der Gegend. Am Kirchweihfeſte führte den öffentlichen Tanz der Heimburger der Zeche im Namen Kurtriers an, im Namen der Frei⸗ herrn und Grafen von Walderndorf ihr Hofmann, im Namen der Abtei Arnſtein der Schultheiß von Weinähr. Es kam zu Rangſtreitigkeiten. Im Jahre 1759 geſtand Notar Wehner Kur⸗ trier den Vorrang zu.

Für den Bau mußte das Stift Florin aufkommen. Der Kirchhof war für die ganze Pfarrei beſtimmt. Hübingen, Gackenbach und Horbach beſaßen eigene Kapellen, die von der Gemeinde unterhalten wurden. Den Pfarrer ernannte das Stift Florin.

8. Pfarrei Wirges mit 640 Seelen.

Filialen: Siershahn mit 292 Seelen Dernbach 400 Ebernhahn 194 Staudt 161 Berſcheid 1193 Moſchem 231

Leiteroth und Hoſten 181 Ober⸗ und Ndr.⸗Otzingen 218

Früher gehörte ſie zu Montabaur, ſpäter war ſie ſelbſt Mutterkirche.

Das dritte Exemplar der Rechnung gelangte nicht ans geiſtl. Offizialat, ſondern an das Stift Florin.(Die Oberzehntherrſchaft des Stiftes war nicht der Grund).

Der Kirchenbau lag allen Zehntherren ob. Im J. 1775 wurde die Kirche neu gebaut, nur der Turm war ſtehen geblieben. Der Kirchhof wurde für alle Pfarrkinder benützt. Dern⸗ bach beſaß eine Kapelle, die Junker Hildchen von Lorch an die der Kurfürſtlichen Hofrentkammer zugefallene Burg gebaut hatte. Meſſen wurden am Laurentiustag und an verſchiedenen Wochen⸗ tagen geleſen. Es gab keine Stiftungen außer den Legaten für eine perpetuierliche Frühmeſſe. Die Ernennung des Pfarrers ſtand dem Stifte Florin zu.