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Ober⸗Erbach mit 153 Seelen, Ruppach zum Teil„—„ Steinefrenz„ 203„
Hundſangen galt als eine uralte Mutterkirche, deren Fundation nicht feſtzuſtellen iſt. Die Zehntherren waren verpflichtet, für die Kirchbaukoſten aufzukommen. Auf dem Kirchhofe war das Begraben in Reihen eingeführt. Als jedoch andere Gemeinden willkürlich verfuhren, taten die Hundſanger desgleichen. Steinefrenz beſaß eine eigene Kapelle und eigenen Kirchhof. Der Kaplan von Hundſangen hielt gegen beſondere Bezahlung an Sonn⸗ und Feiertagen ein Hoch⸗ amt und an Wochentagen geſtiftete Seelenmeſſen. In der Pützbacher Kapelle wurden nur ſtille Meſſen geleſen. Beide Kapellen wurden von den Gemeinden in ſtand gehalten. Die Pfarrei beſetzte Graf Walderndorf.
15. Pfarrei Beeroth mit 246 Seelen, Filiale: Wallmenroth„ 217„
Die Trennung von Hundſangen erfolgte i. J. 1762; bis dahin celebrierte in Beeroth an Sonn⸗- und Feiertagen der Kaplan von Hundſangen.
Betreffend Kirchbau bemerkt Linz:„Nach den im Erzſtift Trier als einem geiſtlichen Lande noch zur Zeit herrſchenden Grundſätzen wird in Ermangelung der allemal vorgehenden Fabrica die Pfarrgenoſſenſchaft dazu verwieſen werden“. Es hatte daſelbſt den Zehnten die Gräfl. Familie von Walderndorf. Der Kirchhof war für die Mitglieder der Gemeinden beſtimmt. In der Wallmenrother Kapelle wurden Meſſen geleſen. Die Gemeinde unterhielt das Gebäude. Linz fügt hinzu:„Dieſe Kapelle hat eine Pfalz⸗Gräfin mit koſtbaren Pfarr⸗Paramenten mit ſilbernem Rauchfaß, Meſſen⸗Kännchen und Kelch, dann einem beſchlagenen Meſſenbuch begabet, welches alles, weil es für dahier zu koſtbar war, nachdem Beeroth zur Mutterkirche erhoben— verkauft worden“. Dem Gräfl. Haus zu Walderndorf verblieb die Collation der Pfarrei. Berufung des Kirchen- und Schulmeiſters geſchah wie in Holler.
16. Pfarrei Salz mit 400 Seelen.
Filialen: Girkenroth„ 238„ Herſchbach und Wahnſcheid„ 272„ Guckheim und Wiersdorf„ 223„
Bilckheim„ 128„ Mähren„ 103„ Weltersburg„—
Salz iſt uralte Mutterkirche und war ein Kollegialſtift. Daher rührten wohl alle Fun⸗ dationen her. Der Ertrag belief ſich nach der letzten Rechnung auf 150 Taler. Die Zehnt⸗ herrſchaft ſorgte für den Kirchbau. Im Jahre 1772 kam es zur Hauptſeparation trotz der Weigerung des Diezer Stifts. Auf demſelben Kirchhofe wurden alle Pfarrgenoſſen begraben. In der Kirche durften die im Kirchſprengel ſeßhaften Familien ohne gemauertes Grab beſtattet werden, z. B. die Familien v. Brambach, v. Walderndorf. Seit dem 30. März 1778 waren gemauerte Gräber angeordnet.
In Weltersburg(Weſterburger⸗Land) hatte die Kapelle 200 Taler Gefälle, die vom Paſtor und Send verwaltet wurden, gerade als ob der Ort zu Kurtrier gehörte. Linz ſchreibt alsdann von einer zweiten Kapelle folgendes:„Eine halbe Stunde von Salz lieget im Feld am Weeg die Sti Leonardi Kapell, die ſich auch ſelbſt unterhaltet, und vor 30 Jahren(1756) ſelbſt neu gebaut hat. Darin wird an Werktägen vielmahl Meß geleſen. Vorhin wurde auf Mathei Apostoli wie auf Johannes Tag hoher Dienſt darin gehalten, ſeitdem Matheus aber nicht mehr gefeiert wird, iſt der hohe Dienſt zu St. Leonard nur noch auf Johannes Tag und hat alsdann großen Zulauf, der ſehr oft mit blutigen Köpfen ſich endigt, alſo, daß zu deſſen Ver⸗ hütung nun jedesmal das Jager Corps dorthin beordert wird. Die Veranlaſſung der im hieſigen Amt noch nur allzu bräuchlichen Schlägereien beſteht durchgängig in Eiferſucht der jungen Purſchen wegen ihren Mädchen; zu St. Leonard aber haben ſolche ſchon manchmal aus folgendem lächerlichen Utze ihren Urſprung genommen: Das Kirchſpiel Salz wird in das obere und untere Kirchſpiel untergetheilet, das untere iſt von weit beſſerem Klima und Boden


