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Nachdem Markomius der König der Cimerier aus dem Trojaniſchen Antenors Geblüte im Jahre der Welt 3519 ſich in Teuſchland gewendet und ſeine Generation in das 5 Glied fortgepflanzet, wurde auf Ableben des 6ten König Heleni II deſſen Bruder Baſſan zum 7 ten König ausgerufen, dieſer ſetzte im 33 ten Jahr ſeiner Regierung mit einem großen Heer über den Rhein, erhielt in der Gegend Montabaur über den daſigen König Taborin und deſſen Heer einen vollkommenen Sieg, erbaute ſofort auf dem dermaligen Schloßberg eine Burg nach da⸗ maliger Art, und gab derſelben zum Gedächtniß des erfochtenen Sieges den Namen des über— wundenen Taborin.... Dieſen Nahmen Taborin behielte die Burg und der Burg Berg bei, bis im Jahre nach Chriſti Geburt 1217 Erzbiſchof Theodoricus II aus dem Gräflichen Hauße von Wied bei ſeiner Rückkehr aus dem heiligen Lande wegen gefundener Gleichheit mit dem daſigen Monstabor den Namen Taborein in Monstabor verändert, die inmittels ver⸗ fallene Burg wieder erbaut und mit Gräben und Wällen verſtärket. Gegen das Jahr 1235 wurde Montabaur mittels angeſehenen Acquisitionen von dem nämlichen Erzbiſchof Theodoricus mit zahlreichen Burg⸗Männern verſehen und hierdurch dem Rauben der Naſſauer Einhalt ge⸗ macht, fort der nunmehrige Monstabor ſo bevölkert, daß der Nachfolger im Erzſtift Arnoldus Isenburgicus die Burg oft und vielmahl zur Ergötzlichkeit beſucht und ſogar daſelbſt dem Herrn entſchlafen und zwar Jdibus Novembris 1259.“
Linz berichtet nichts von dem früheren Namen Humbach. Er erwähnt jedoch, daß Mon⸗ tabaur i. J. 1291 von Rudolf von Habsburg zur Freiſtadt gemacht wurde. Adolf von Naſſau und Albrecht von Habsburg gewährten den Bürgern, die zwiſchen Wetzlar, Freiburg, Frank⸗ furt, Mainz und Cöln mit Wein und Waren zu Waſſer und zu Lande Handel trieben, Zoll— freiheit. Kaiſer Karl IV. ſchützte ſie i. J. 1356 gegen die Grafen von Diez; ein Gleiches tat Friedrich III. i. J. 1491. Dieſe Zollfreiheit der Stadt ging erſt i. J. 1564 im Naſſau⸗Diezer Gebiet und i. J. 1757 auch in dem i. J. 1564 von Kurtrier erworbenen Anteil verloren.
Zwei Brände ſuchten die Stadt heim. Am Sonntag nach Oſtern d. J. 1491 wurden in 3 Stunden faſt alle Häuſer nebſt der Kirche, ſogar die Türme auf den Stadtmauern eingeäſchert. Die Stadt zählte damals 1800 Bürger, darunter 500 Wollweber. Bei der zweiten Feuers⸗ brunſt am 16. Juli 1534 gingen 400 Häuſer in Flammen auf.
4. Die ehemalige gute Eigenſchaft des Montabäurer Sauerwaſſers. Linz ſagt hierüber: „Weiter iſt merkwürdig, was im Jahre 1584 sub rubrica Bericht vom Montabaurer Sauer⸗ brunnen gezogen aus dem Buch der Waſſerſchatz genannt durch Jacobum Taberna Montanum der Arznei Doctoren und Medicum ordinarium der freien Reichs Stadt Worms zur An— preiſung der guten Eigenſchaften dieſes Brunnen zu Frankfurt im Druck erſchienen, und in ſeiner chronologiſchen Ordnung unter den Amts Urkunden zu verleſen iſt.“
5. Das ehemalige Kollegialſtift in Salz, von dem die Chorſtühle und Wappen noch Zeugnis geben, verlegten die Grafen von Diez nach Diez.„Sie wollten der Herrlichkeit Lim⸗ burg nichts nachlaſſen.“ In der Reformationszeit ging das Kollegialſtift ein, und die Zehnten im Kirchſpiel Salz wurden zum Unterhalt der evangeliſchen Geiſtlichkeit verwendet.
6. Die Ortſchaften Wingenfrenz und Roth wurden am 10. Dezember 1631 von den Schweden„gänzlich abgeſengt“. Die Gemarkung der erſteren kam an die Gemeinden Klein— holbach und Girod, die der zweiten an Girod und Steinefrenz, die Waldung an Groß⸗ und Kleinholbach, Girod und Steinefrenz.
7. Im Tal gegen Oſten von Montabaur neben der Ölmühle am Hammerſteg befand ſich ein Eiſenhammer. L. erwähnt, daß er eingegangen ſei; ebenſo
8. die Eiſenhütte zwiſchen Elgendorf und Eſchelbach neben der Hüttenmühle.
Nr. 9—11 leſen wir von der Ablöſung des Montabaurer Mühlenbannes“*), des Ritzmühlen⸗ banns und des Hirſenmühlenbanns durch die Stadt bezw. die im Bann liegenden Ortſchaften.
12. Ablöſung der Meudter Leibeigenſchaft. In Meudt gab es früher Iſenburgiſche, Grenzauiſche und Wiediſche Leibeigene. Die erſten entrichteten a) zuſammen jährlich 68 Taler
*) Vgl. M. Tham m, Die Kellnerei des kurtrieriſchen Amtes Montabaur. Gym. Progr. Montabaur 1907. S. 10.


