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zucht, Hauſteine, Kalkſteine, Deckleyen, Backofenſteine, Pfeifen und Kannenbäckererde, Mineral⸗ kohlen.“ 10.„Der Zuſtand der Landwirtſchaft iſt in ziemlich gutem Stande, jedoch noch vieler Verbeſſerung unterworfen.“
11.„Der Zuſtand der Handwerker iſt der allerſchlechteſte.“
12. Den Charakter der Stadtbewohner und den der Bewohner des Bannes Holler unter— zieht L. einer allzu harten Kritik; u. a. tadelt er,„daß ein Stadt Montabaurer ſchon zu Coblenz und Limburg das Heimweh bekommt“; er lobt dagegen die Bewohner des Bannes Wirges und der vier Kirchſpiele; denn„ſie zeichnen ſich merklich aus, ſind arbeitſam, muthig(d. h. unternehmungsluſtig) und doch gelehrig, lieben die Fremde, ſind zu Hauße bis zum Geitz ſparſam, und im Wirthshauß zum prahlen verſchwenderiſch, können mehr reinlich als unrein— lich genannt werden.“
13. In Bezug auf die Leibesbeſchaffenheit zieht L. auch die zuletzt genannten als„robuſte Leute von guter Geſtalt“ den anderen vor.
14. Fremdherxliche Enklaven ſind nicht vorhanden, außer dem Gräfl. Weſterburgiſchen Flecken Weltersburg,„deſſen Einwohner ſozuſagen nur auf weſterburgiſcher Hoheit ſchlafen, ihre ganze Gemarkung aber auf kurtrieriſcher Hoheit liegen haben“.
II. Das Hiſtoriſche.
1. Das Amt Montabaur iſt nach dem Wohnſitze des Amtsperſonals benannt.
2. Der Anwuchs eines jeden Teiles.—
a. L. vermag nicht feſtzuſtellen, wann M. zum Erzſtift Trier gekommen iſt. Im Jahre 1217 hat der Erzbiſchof Theodoricus von Wied die verfallene Burg wieder aufgebaut.
b. und c. Betreffs der Bänne Holler und Wirges nimmt L. an, daß ſie früher Zubehöre der Stadt geweſen ſeien. Als Gründe führt er an: 1. Bei der Belagerung der Stadt Boppard durch Erzbiſchof Johann von Trier iſt„der Bann von Montabaur“ beteiligt. 2. Die Stadt mit allen Ortſchaften der beiden Bänne ſteht im Gerichtszwange des Montabaurer Stadtgerichts und mit Ausnahme weniger Dörfer in der gleichen Gemein— ſchaft des Märkerwaldes. 3. Die Ortſchaften der beiden Bänne zahlen nicht wie andere Amtsuntertanen in der Stadt Zoll⸗ und Weggeld. L. vermutet, daß bei der erſten Pfarrei⸗Separation die Dreiteilung erfolgt ſei..
d. Der Anwuchs der Kameralorte Meudt und Dahlen iſt auf den Diezer Teilungsvertrag vom Jahre 1564, und das Ausſterben der Familie von Iſenburg und Grenzau im Jahre 1666 und betr. der Wiediſchen Leibeigenſchaft auf die Beſtimmungen des Jahres
1774 zurückzuführen. v..
e, f, g, h. Die vier Kirchſpiele Hundſangen, Meudt, Nentershauſen und Salz, die einſt zur Grafſchaft Diez, einem Reichslehen, gehörten, kamen durch obengenannten Vertrag
im Jahre 1564 an Kurtrier. 1.
i. Molsberg hatte Dieterus von Molsberg i. J. 1273 dem Erzbiſchof Heinrich von
Finſtingen geſchenkt und als Lehen zurückgenommen. Im Jahre 1366 wurde es Mann⸗ lehen derer von Elz und i. J. 1657 Lehen der Freiherrn von Walderndorf.
3. Urſprung und Hauptbegebenheiten der Stadt Montabaur.
Ganz ſagenhaft klingt der Bericht über den Urſprung Montabaurs,— wohl eine Erfindung des Fridericus Lucas in der Beſchreibung des„Reichs Fürſten Saal“, die vom Abt Johann von Sponheim u. a. weiterverbreitet worden iſt.— Linz ſchreibt:..
„Die Stadt Montabaur oder vielmehr das Schloß daſelbſt hieß urſprünglich Taborin und iſt von dem ſiebenden König der Schwambern Baſſan genannt im 33 ten Jahre deſſen Regierung und im 3705 ten des Weltalters, mithin 244 Jahren vor Chriſti Geburt gebaut worden, durch folgende Veranlaſſung.


