2. Der Umfang des Amtes beträgt ungefähr 9 deutſche Meilen oder 18 Stunden.„Die Lage“, ſagt Linz,„iſt einem Trapezio irregulari gleich und ſo aneinander hangend, daß man, um von einem Ort an den andern zu kommen, nirgendwo nöthig hat eine fremde Hoheit zu betreten, ja nirgendwo etwas am Weg ſparen könnte, wenn man es thun wollte, und daß die etwas mehr gegen Abend, übrigens ſo zu ſagen ganz in der Mitte gelegene Stadt Montabaur von der weiteſten Amts Ortſchaft nicht über 3 ½ Stunden entfernet iſt.“
3. Die Hauptbeſtandteile ſind:
a. die Stadt Montabaur,
b. der Bann Holler*)
c. der Bann Wirges,*)
d. die beiden Kameral-Ortſchaften Meudt und Dahlen, e. das Kirchſpiel Hundſangen,
f.„ 7 Meudt, g.„„ Nentershauſen, h.„ Salz,
i. der Flecken Molsberg, k.„„ Hartenfels. 4. Die Entfernung des Amtsſitzes von Coblenz rechnet L. auf 4 Stunden. Die Poſt
läßt ſich für 1 ½ Station d. h. 6 Stunden zahlen. Nach Naſſau an der Lahn braucht man 3 Stunden, nach Diez 4 Stunden.
5. Das Klima iſt im Vergleich zu dem im Rhein- und Lahntale rauh. In der Gegend von Hundſangen und Wallmeneich ſcheint es L. am beſten, um Hübingen, Gackenbach, Horbach, Welſchneudorf und Oberelbert am ſchlechteſten zu ſein; das gleiche gilt von Deringen, Himburg und der übrigen Grenze gegen Norden bis Sainſcheid.
6. Der Boden des Amtes iſt verſchieden, jede Gemarkung weiſt 3—4 Arten auf.„Das einzige, was man überhaupt davon ſagen kann, iſt, daß die Wieſen durchgängig ſumpficht ſind, und daß auch noch in Feldern und Wäldern nur allzuviele Sümpfe anzutreffen; übrigens iſt der Boden bald ſteif, bald leicht, bald leimigt, bald ſandig, bald ſteinigt, bald rein, bald felſigt, bald tiefgrundig u. ſ. w.“
7. Gewäſſer. a. Es fehlen ſchiffbare Flüſſe im Amte Montabaur. b. Die Bäche ſind nicht bedeutend. L. zählt mehrere auf, z. B. den Stadtbach, Eſchelbacher Bach, Hollerer Bach, Heiligenrother Bach, Eisbach, Daubach, Seelbach, Gelbach, Kölbinger Bach ꝛc. und beſchreibt ihren Lauf. c. Teiche und Weiher des Amtes ſind: der Spiesweiher, der große und kleine Roſenthaler Weiher, der Forellenweiher, der Lohmühlenweiher, der Weiher beim Neuhof, der alte Forellenweiher hinter Dernbach und der Weiher bei der Hüttenmühle hinter Eſchelbach, ferner drei Gräfl. Walderndorfſche bei Molsberg und fünf von Eſchiſche bei Langwieſen. d. Mineralwaſſer liefert der Brunnen im Sauertal. Über dieſen ſchreibt Linz:„Er dient der mit ſchlechtem ſüßen Waſſer verſehenen ganzen Stadt zum gewöhnlichen Trunk und reicht auch über hinlänglich darzu aus, leidet aber das Verſtopfen nicht, und alſo auch nicht das weitere Verſchicken, ſondern es heißt, daß ſolche Eigenſchaft ſich bei einer ehemaligen friſchen Faſſung und etwaigen Verſetzung verlohren habe.“ Eine zweite recht ergiebige Quelle befindet ſich im Sauerbrunnen Feldchen gegen Oſten der Stadt.
8. Zwei große Straßen durchqueren das Amtt: die ſog. Coblenzer oder Limburger Straße mit einer Poſtſtation in Montabaur und die hohe Cölniſche oder Amſterdamer Straße mit einer Poſtſtation in Walmerod.
9. An Produkten liefert das Amt:„Weizen, Korn, Hafer, Gerſte, Kohl, Winterſamen, Sommerkohlſamen, Erbſen, Linſen, Hirſchen, Grundbieren, Kappes, gelbe Rüben, weiße Rüben, Stangenbohnen, deutſche Bohnen, Faigbohnen, Flachs, Hanf, Kümmel, Heu, Grummet, Vieh⸗
*) Vgl. S. 27 Anm. 20, M. Thamm: Ein altes Verzeichnis der Dörfer und Feuerſtätten ſowie der Renten und Gülten fremder Herren in der Stadt und im Banne Montabaur 1548. Gym.⸗Progr. Montabaur 1906


