Aufsatz 
Die Montabaurer Amtsbeschreibung des Hofrats Damian Linz, geschlossen den 31. Dezember 1786 : 1. Teil
Entstehung
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Grundgerichtbarkeit iſt ausſchließlich oder gemeinſchaftlich oder wird beſtritten. Bey der gemeinſchaftlichen ſind die gerechtſame eines Jeden gemeindtsherrn zu beſtimmen.

3. Andere Landesherrliche gerechtſame Zoll Land und Wegegelt, Freyheiten davon und deren Gründe. Juden Gelaith, Verleihung der Waſſerläufe zu Mühlen Einrichtungen. Machet eurer... nebſt Bemerkung der gegen benachbart hergebrachten Freyheiten.

4. Beſchreibung einzelner Gemeinheiten aller Amtsdörfer können nach alphabetiſcher Ordnung verzeichnet und von jedem folgendes bemerkt werden. Angränzung an Benachbarte. Um fang der Größe der Gemarkung und beſonderer Produkten. Zahl der Bürger, Beyſaßen und Häußer. Beſondrer Karakter, Nahrungsquellen, Gewerbe. Bemerkung der Dorfs⸗ gerichts und deßen beſondere Verfaßung. Beſondere Bemerkung der Leibes Eigenſchaft und derſelben Rechten. Beſondere Rechte der Gemeinde. Beſondere Verbindlichkeiten. Dorf Polizey und Gemeindß Vorſtand.

5. Verzeichniß aller in dem Amtß bezirk in Dörfern einzel gelegnen Steuerfreyen Adelichen Höfen nebſt Bemerkung der Rechten und Verbindlichkeiten derſelben.

6. Bemerkung der geiſtlichen Verfaßung in ſolchen Aemter in welchen Kurtrier als Landeßherr das jus diœcesanum über proteſtantiſche Unterthanen ausübet, oder wo daß jus diccesanum einem fremden Biſchof über die Trieriſch katholiſchen Unterthanen zuſtehet.

Eine reiche Fundgrube für die Geſchichte des Amtes Montabaur iſt die ziemlich umfang reiche Montabaurer Amtsbeſchreibung vom Jahre 1786 in Folioformat. Verfaſſer iſt der Amtsver⸗ walter Hofrat Damian Ernſt Linz. Wie man aus dem Sterberegiſter im Pfarrhauſe zu Montabaur erſieht, wurde er am 15. Mai 1746 zu Manderſcheid(Eifel) als Sohn des Amtmanns Goswin Linz und deſſen Gattin Franziska Armbruſt geboren und ſtarb zu Montabaur am 12. Mai 1824, elf Tage vor ſeinem ein Jahr jüngeren Bruder Franz Xaver, Kanonikus zu Speier. Die Wohnung des Montabaurer Amtmanns befand ſich in dem Hauſe auf der Kirchſtraße, das dem Freiherrn vom Stein gehörte(jetziger Eigentümer Herr Peter Jung).

Inhalt der Montabaurer Amtsbeſchreibung.

I. Geographiſche Beſchreibung S. 126 II. Das Hiſtoriſche S. 27 62%

III. Das Geiſtliche S. 63 157 G1d IV. Das Politiſche S. 158 566 V. Lehenſachen S. 567 579 VI. Das Ritterſchaftliche S. 580 656 VII. Stadtſachen S. 657 670 VIII. Dorfſachen S. 671716 Inhaltsüberſicht S. 717 746

Im folgenden ſoll nun ein knapper Auszug aus der Montabaurer Amtsbeſchreibung gegeben werden.

I. Geographiſche Beſchreibung.

1. Die Grenzen. Im Oſten berührt das Amt Montabaur das naſſau⸗oraniſche Fürſten⸗ tum Hadamar, das kurtrieriſche Amt Limburg, die naſſau⸗oraniſche Grafſchaft Diez, die anhalt⸗ ſchaumburgiſche Grafſchaft Holzappel, im Süden die kurtrieriſche Landesherrlichkeit der Abtei Arnſtein, gemeinſchaftlichen Beſitz von Naſſau⸗Oranien und Naſſau⸗Uſingen, von Heſſen⸗Darm⸗ ſtadt und Naſſau⸗Oranien, das kurtrieriſche Amt Ehrenbreitſtein im Kirchſpiel Augſt, im Weſten das kurtrieriſche Amt Valendar, insbeſondere das ehemalige Iſenburgiſche und die Grafſchaft Neuwied, im Norden den Sayn⸗Hachenburgiſchen Bann Naxfuyn, das naſſau⸗oraniſche ſog. Amts Stuhlgebiet, die Grafſchaft Leiningen⸗Weſterburg und das Fürſtentum Hadamar.