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Kellner bezog 2 Alb., der Landsknecht 6 Alb. nach alter Gewohnheit. Über die einzelnen Fälle geben die Bedebücher Auskunft. Auch trieriſche Eigenleute in der Grafſchaft Diez wurden zur Bede und zum Beſthaupt verpflichtet.
2. Die Strafen. Der Kurfürſt war oberſter Gerichtsherr. Im Saalbuch d. J. 1589 lieſt man:„Nota meines gnädigsten Herrn Burgfriede kehrt und wendet vor St. Michaels Pforten da das Kleingässchen angehet, da man hinabgehet zwischen den Gärten. Item hat mein gnedigster Herr zu Montabaur inne und in dem Lande und gantzen Bann zu Montabaur Gebot und Verbot, beyde gericht, geistlich und weltlich, wasser und weyde als des Landes gewaltiger Fürst und Herr.“
Die Beſtimmungen über„boese Wetten und Brüche“ d. h. kleine Gerichtsgebühren heißen:„Alle höchste Wetten und Brüchen über Halss und Haupt berürend Leib und Gut oder berürend Ehre hebt der Herr allein und der Amtmann den 70. Pfg. so were mein gnedig Herrn verfellt mit Leiff und Gut so mag man ihm das Leben nehmen und das Gereide darzu, die Erbschaft nicht.
Item die andere Wette also der Bürgermeister zu Montabaur und die Heim- burger im Lande rügen, da der Scheffen zu Montabaur überweisset als für einen frevel da ist 40 alb. werdent meinem gnedigsten Herrn Helfte und dem amtmann Helft von amptswegen. Doch nirgendt die Schuldigen das uf gnad an meinen gnedigsten Herrn verthetigen.
Item wetten von Scheltworten das die Ehre nicht belangt, hebt der Amptmann uf von Amptswegen und ist eine Wette von Scheltworten 4 Schilling weniger 3 Heller.
Item do die Becker zu klein backen gibt ein 2 Heller Weck zu wetten 3 Schilling und der Egeliche Leiff 6 Sch. hebt der amptmann von amptswegen von jeglichem den dritten Pfennig und den andern dritten Pfennig die Scheffen und von dem andern dritten Pfennig wird dem geschworenen Kerkermeister 3 Viertel und dem Gerichtsknecht und Fronen gibt man das andre viertail.
Item so was Brüchen geschehen berorend die Handwerk Weber Schuhmacher solliche boessen und wetten fallen dem Amptmann von amptswegen und in die ampt oder Zunfft von gnaden—.“
Bei Wetten in den 4 Kirchſpielen bezog der Kurfürſt 2 Teile, der„Oberwaldtpott“ der in der Grafſchaft Diez für die öffentliche Sicherheit und Handhabung der Polizei zu ſorgen hatte, den dritten, der Amtmann den ſiebzigſten Pfennig vorweg.
Regiſter der Brüche, Wetten und Bußen aus der Zeit von 1566—1572 und eines aus d. J. 1608:„Wetten in ambt und bann Montabaur Montags nach Walpurgis auch den 15. Sept. 1608 ten jars von den Heimburgern anbracht und durch den gestrengen Herrn Marschalk allhier gesetzet wie folgt“ gewähren einen Einblick in die Strafmaße. Es han⸗ delt ſich meiſt um Beleidigungen und Körperverletzungen,(beſonders bei Schlägereien an Jahr⸗ märkten und Kirchweihfeſten, wurden viele„bloedig und blawe geschlagen“), um Diebſtahl u. ſ. w. Z. B.„Jacob Bann deshalbenn er Paulussen Welcker einestheils seynen Barth ussgeraufft, denselbigen inn seine Boxsenn gestochen, dess morgens heraussen gezogen und andern zum gespött gezeigt, ½ Thaler“; oder Seynerholz:„Gangolf Clas. Peters Sohn. Darumb er sich uf Geschworenen Montag im Weinhaus zu Meeren mit dem pastor gerauft und geschlagen darzu dem wirtte pött und krausen zerworffen 4 Thaler“.
Für das Abhauen etlicher Eichbäume im Malberg zahlt der Frevler 1 G.


