Aufsatz 
Die Kellnerei des kurtrierischen Amtes Montabaur, nach ungedruckten Quellen dargestellt
Entstehung
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Leute. Von erſterem lieferte das Salzer Kirchſpiel nach dem alten Landregiſter 54 G. 6 Alb., das Hundſangener 38 G. 8 Alb., von letzterem Nentershauſen 50 Malter, Salz 18 Malter, Meudt etwa 12 Malter. Solchen Hafer empfing Dietrich von Diez als Erbmarſchall der Graf⸗ ſchaft Diez.

5. Das Fleiſchgeld oder Kuhgeld lieferten 16 Gemeinden: 1) Eſchelbach, Dernbach und Elgendorf, 2) Ebernhahn, Siershahn, Desper und Holzhauſen, 3) Wirges, 4) Moſchheim, Staudt, Bergſcheid, Leuterod, Otzingen und Boden, 5) Heiligenrodt, 6) Wirtzental, Reckental, Bladern⸗ heim und Oberhauſen. 7) Ettersdorf, 8) Stahlhofen, Bungelshauſen, 9) Daubach, 10) Helfers⸗ kirchen, Hofſtaden, Quirmbach und Bulingen, 11) Ärer Kirchſpiel(Horbach, Gackenbach, Hü⸗ bingen), 12) Neudorf, 13) Oberelbert, 14) Niederelbert, 15) Hollender, 16) Cadenbach, Melborn, und Artzbach gaben zu Michaeli oder kurz vorher 27 Kühe, und zwar die armen Leute(Bauern) für jede Kuh 3 Gulden Sa. 81 Gulden. Außerdem erhoben die Heimburger noch 12 Gulden dazu, und zwar 8 für den Kellner, 1 für das Hausgeſinde, 3 für ſich. So zahlte z. B. Eſchel⸗ bach 6 G. 16 Alb., Wirges 8 G., Holler 4 G. 18 Alb.

6. Weidhämmel entrichteten die Gemeinden im Mai 65 Stück, und zwar 2 vom Hundert. Wirges z. B. 6 Stück, Heiligenrot 5 Stück. Erſt nach der Ablieferung durfte man Schafe verkaufen. Orte, die keine Schafe hatten, wie Wirzenborn, zahlten eine beſondere Abgabe, und zwar 12 Alb. ſtatt eines Hammels. Im Jahre 1786 wurde jedoch ein Hammel zu 1 Rth. 27 Alb. gerechnet. Die Schultheißen der 4 Kirchſpiele gaben Hühner und Kalbgeld(1 Kalb= 4 G.) Sa. 22 G. In denſelben 4 Kirchſpielen hatte jederHausgeſaß 3 Brote(Jägerbrote) oder pro Brot 3 Heller zu liefern. Sa. 3 ½ G. Wenn dieWindhitzer oder Jäger im Kirchſpiel jagten und ſelbſt die Brote einſammelten, unterließ man die Berechnung in Geld.

7. Die Stadt Montabaur pflegte zu Michaeli 19 ½ Stück Gänſe, im Mai 14 Kapaunen, 128 ν2 Legehühner und 247 Lehnſchöſſeln à 1 ½ Heller in die Kellnerei zu ſenden.

8. Butter. In einem alten Landregiſter werden nur Ober⸗Iſſelbach, Heilberſcheid, Nomborn, Eppenrod und Nentershauſen für die Butterlieferung am Pfingſtmittwoch genannt. Indes ein Verzeichnis für die Jahre 17231773 enthält die Namen aller Orte im Banne Holler, Wirges und in den 4 Kirchſpielen. Der Kellner ſandte die eingelieferte Butter an den Oberküchenſchreiber, der ſie einſalzen ließ. Im Jahre 1730 waren es 5424 Pfd., i. J. 1770 4716 Pfd., i. J. 1773 noch mehr; denn in der Liſte ſind 474 Kühe à 6 Pfd. Butter gerechnet. 1 Pſd. Butter= 4 Alb.

Unſtändige perſönliche Abgaben waren:

1. Die Leibbede, eine perſönliche Steuer der Leibeigenen, der Eigenleute. In einem Regiſter ſtehen 469 Eigenleute in 34 Dörfern aufgezählt. Sie entrichteten im Mai und im Herbſt ihren Tribut pro Perſon ½ 4 Alb. Jeder Heimburger nahm für ſich 6 Alb., der Kellner und Schreiber 8 Alb. nach Gewohnheit und der Wagenbereiter, wenn er mitwirkte, 15. Alb. Eigentrieriſche Leute, die Dienſtleute genannt wurden, gaben keine Bede. Früher ſaßen ſie in der Stadt alsreiſige Leute, dienten dem Kurfürſten zu Pferde als freie Dienſtleute und taten kein Gemeinwerk mit ihren Nachbarn. Als ſie aber verarmten, ſaßen ſie wie an⸗ dere arme Leute in der Stadt, zahlten keine Bede, ſondern Faſtnachtshühner und Beſthäupter und beteiligten ſich wie Nachbarn an dem Gemeinwerke. Das Beſthaupt war alſo ein Recht des Leibherrn an allen Eigenleuten. Nach dem Tode derſelben fiel nämlich dem Herrn das beſte Haupt vom Nachlaſſe, das beſte Pferd oder die beſte Kuh oder das beſte Kleid, zu. Der