„Auf anſtändige Wohnung und billigmäßige Belohnung der Lehrer“, heißt es,„ſoll Bedacht genommen werden, indeme bey ein und des anderen Ermangelung nicht zu hoffen oder zu erwarten iſt, daß man jemals wackere und geſchickte Leuthe zu Ubernehmung eines ſo wichtigen Amtes werde bewegen können“.¹)
Die Pfarrer wurden durch Überſendung„des gedruckten Unterrichts in der vorgeſchrie⸗ benen Lehrart“, und zwar„der geſchwindeſten, ſicherſten und brauchbarſten“, mit der Felbigerſchen Methode bekannt gemacht. ²)
Abgeſehen von dieſen auf Verbeſſerung des Schulweſens bedachten Einzelverordnungen plante er auch eine große Reform von Grund aus. Im Jahre 1778 ſetzte er in ſeinem Erz⸗ ſtifte einen Preis für die beſten Vorſchläge zur Hebung des Volksſchulweſens aus.¹) Im Jahre 1779 ſollte eine beſondere Kommiſſion vermittelſt Fragebogen bei den Pfarrern Erhebungen über die Parochialſchulen anſtellen.4) Im Jahre 1782 bildete er unter mancherlei Schwierigkeiten einen Schulfonds. Vier Benediktiner⸗Abteien und die Karthäuſer in Trier mußten ungeachtet ihrer nach Rom gehenden Beſchwerdeſchriften jährlich 12 000 Reichstaler beiſteuern.) Am 13. April 1784 berief er eine neue Schulkommiſſion von 5 Mitgliedern, nämlich einem Geh. Rat und Offizialen als Präſes, zwei Geiſtlichen Räten und 2 Hofräten. Sie hatten unmittelbare Fühlung mit der Regierung und Hofkammer ſowie mit Amtleuten, Dechanten und Pfarrern.”5) Sie erhielten am 1. September 1786 eine neue ausführliche Inſtruktion.7) Ihre Aufgabe war es, mehrmals im Jahre die Volksſchulen und die lateiniſchen Mittelſchulen zu beſichtigen und die Anſtellung, Verſetzung oder Abſetzung der Lehrer zu genehmigen. Eine gründliche Ver⸗ beſſerung des Schulweſens ſollte von ihr ausgehen, und zwar zuerſt gleichzeitig im oberſtiftiſchen Amte Pfalzel und im unterſtiftiſchen Amte Montabaur.8)
Im folgenden wird nun von den Schulen des letzteren die Rede ſein, und zwar von der Lateinſchule und den Trivialſchulen in der Stadt und im Amte Montabaur.
Die hierbei benutzten ungedruckten Akten befinden ſich
1) im Rathauſe zu Montabaur,
2) im Königlichen Staatsarchiv zu Wiesbaden, sub. X. 7. Abt. XI. Nr. Ia. b. c.,
3) im Königlichen Staatsarchiv zu Coblenz sub. Schulweſen im Erzſtifte Trier 19. Nr. 33— 35,
4) im Biſchöflichen Archiv zu Trier.
¹) Blattau V S. 215. 216. 2) Blattau V S. 219.
³) Muggenthaler S. 32.
4) Blattau V S. 283.
5) Marx V S. 67.
6) Blattau V S. 372— 374. 7) Blattau VI S. 40— 45.
8) Blattau VI S. 41§ 3.


