Aufsatz 
Einführung des Direktors
Entstehung
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Dank zu sagen. Ihnen, hochgeehrter Herr Provinzial-Schulrat, bin ich verpffichtet für das Vertrauen, welches Sie mir durch die Befürwortung des Gewählten erwiesen. Und Sie haben eben in so gütiger Weise den Ihnen persönlich Unbekannten begrüsst und in sein Amt eingeführt, dass ich dasselbe unter dem Schilde einer so wohlwollenden Behörde hoffnungsfreudig beginne. Den gleichen Dank schulde ich dem Kuratorium der Friedrich-Wilhelms-Schule, welches mich hierher berief in der Zuversicht, die Sie, hoch- geehrter Herr Landrat, vorhin ausgesprochen, eine Zuversicht, die dem Gewählten um so ehrenvoller erscheint, als die Herren Kuratoren mich als Nachfolger hochverdienter Männer erkoren haben. Dafür und für die warmen Willkommensworte danke ich Ihnen aus bewegtem Herzen.

Ich habe mich um dieses Amt beworben, nicht in eitler Selbstüberhebung, als vermõchte ich etwas Grosses zu leisten, was die Geister weithin erfasst und die Sinne gefangen hält; sondern in dem schlichten Glauben, dass ich im kleinen Kreise G eist und Gemüt wohl leiten und durch Lehre und Beispiel in Ernst und Liebe Gutes wirken könne.

Sie, die hohen Behörden, haben mir diesen Wirkungskreis hier erschlossen, diese Stätte bereitet und mir dadurch ein Vertrauen entgegengetragen, welches durch die That zu verdienen von stund an mein heissestes Bemühen sein wird. Wenn ich mit dem Willen auch die Hoffnung ausspreche, dass mir dieses einigermassen gelingen wird, so fühle ich mich dazu ermutigt durch die Erfahrung an der letzten Stätte meiner Wirk- samkeit. Die Gleiwitzer Ober-Realschule, der ich fast neun Jahre lang als Oberlehrer angehört habe, und die Stadt Gleiwitz haben dem Scheidenden so viele Zeichen der Liebe und Achtung dargebracht, dass derselbe sein Leben lang nicht ploss mit aufrichtiger Dankbarkeit und freudigem Stolz an die Stadt im Osten zurückdenken wird, sondern dass er auch getrosten Mutes der Zukunft entgegenschreitet, vertrauend, nicht nur zu säen, sondern auch zu ernten.

Und so übernehme ich das mir anvertraute Amt und will nach bester Einsicht auf Grund der bestehenden Gesetze die Leitung der Friedrich-Wilhelms-Schule führen, die Angelegenheiten der Anstalt gewissenhaft verwalten und in allem meine Pflicht thun, insbesondere religiösen und vaterländischen Sinn pflegen, dem Unterricht und der Erziehung zu Nutz, ein einheitliches Wirken in der Schule fördern und ein gutes Einverständnis zwischen Schule und Haus unterhalten; und ich will in den Dienst dieser Aufgaben alle mir von Gott verliehenen Kräfte stellen-. Der grossen Verantwortung und menschlichen Schwäche aber bewusst, erhebt sich meine Seele zu Dem, von welchem alle guten und vollkommenen Gaben herabkommen und dessen Kraft auch in dem Schwachen mächtig sein kann, dass Er mõge Geist und Körper stärken, damit dem aufrichtigen Willen ein gedeihliches Wirken entspreche!

Die Segenswünsche aber, die Sie, Herr Provinzial-Schulrat, und Sie, Herr Landrat, für mein Amt und meine Zukunft hier gesprochen, lassen Sie mich als Unterpfand dafür ansehen, dass ich zum Heile der Schule, welche Ihrer und der von Ihnen vertretenen Behörden Fürsorge unterstellt ist, immer auf Ihre wohlwollende Unterstützung und vorerst auch Ihre Nachsicht rechnen und vertrauen darf.