Aufsatz 
Einführung des Direktors
Entstehung
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diese seine Verdienste die Anerkennung und den Dank des Provinzial-Schulkollegiums auszusprechen, mit der Hoffnung, dass sich bald an einer anderen Stelle Gelegenheit für die erprobten Fähigkeiten finden werde. Indem sich der Provinzial-Schulrat alsdann an den erwählten Direktor wandte, begrüsste er denselben im Namen des Provinzial-Schul- kollegiums und sprach die Ueberzeugung aus, dass der neue Leiter das Vertrauen recht- fertigen werde, welches die Behörden zu ihm gehegt haben, als sie ihm dies schwere und verantwortliche Amt zu übertragen beschlossen. Derselbe trete neu in das Amt ein, aber gereift durch eine mehr als sechzehnjährige Erfahrung an Lehranstalten in und ausser Preussen, und werde, so hoffe und erwarte er, im Verein mit einem fleissigen und gewissenhaften Lehrerkollegium als solches kenne er dasselbe und im Einver- nehmen mit den Eltern der Zöglinge hier eine erspriessliche Thätigkeit entfalten; im Geiste treuer Pflichterfüllung, wissenschaftlicher Gründlichkeit, warmer Vaterlandsliebe, vor allem aber in echt evangelischem Geiste diese christliche Anstalt leiten und die ihr anvertraute Jugend zu religiös festgegründeten Menschen erziehen und zu tüchtigen Bürgern der Gegenwart und des Vaterlandes bilden helfen. Nach einigen ermahnenden Worten an die Schüler schloss der Provinzial-Schulrat seine Rede mit herzlichen Segens- wünschen für die Schule und ihren neuen Leiter, übergab demselben die von Sr. Majestät dem König vollzogene Bestallungsurkunde und verpflichtete ihn für das neue Amt durch Handschlag auf den früher geleisteten Diensteid.

Hierauf sprach der Vorsitzende des Kuratoriums, der Königliche Landrat Herr von Keudell, ungefähr folgendes.Es ist für das Kuratorium eine schwierige Aufgabe, der ihr anvertrauten Schule einen neuen Leiter zu suchen, da es gilt, aus der grossen Zahl von Bewerbern den tüchtigsten auszuwählen. Wir sind aber der sicheren Zuversicht, eine gute Wahl getroffen zu haben, da uns der ausgezeichnete Ruf, welcher Ihnen, hochgeehrter Herr Direktor, aus Ihrem bisherigen Wirkungskreise vorausging, dafür Bürge ist, dass Sie für unsere Lehranstalt der rechte Mann sind.

Die Schule hat in unserer ernsten Zeit, in der Vieles sich in der Umwandlung befindet, eine besonders hohe Bedeutung und Aufgabe. Auch für heute noch, wie früher, heisst es: non scholae, sed vitae discimus, d. h. die Schule soll sich nicht nur darauf beschränken, ihren Zöglingen den notwendigen Wissensstoff beizubringen, sondern sie soll sie vor allem für das Leben ausrüsten, und da ist die Bildung der Charaktere die Haupt- sache, Erziehung zu wahrer Frömmigkeit, zu königstreuen, patriotischen Staatsbürgern, die dermaleinst ihrem Vaterlande Ehre machen.

Wir hegen das Vertrauen, dass Sie in diesem Sinne an die Leitung der Ihnen von Sr. Majestät anvertrauten Schule herantreten werden, und versprechen Ihnen gleich- zeitig, dass wir Sie, soweit es in unseren Kräften steht, warm unterstützen werden. Môgen Sie sich bald in der neuen, tremden Umgebung, in unserm alten Hessenlande heimisch finden und môge Ihre Arbeit an der Friedrich-Wilhelms-Schule von Gottes reichstem Segen begleitet sein! Dies sind die Wünsche, die ich Ihnen, hochgeehrter Herr Direktor, namens des Kuratoriums bringe. Das walte Gott!

Als Vertreter des geistlichen Ministeriums richtete Herr Superintendent Wolff etwa folgende Worte an den Direktor.Hochgeehrter Herr Direktor! Da ich die