I. Einführung des Direktors.
Nachdem der bisherige Direktor, Herr Professor Dr. Schirmer, am Schlusse des Sommerhalbjahres 1893 Eschwege verlassen, um die Leitung des Realgymnasiums zu Lippstadt zu übernehmen, wählte das Kuratorium der Anstalt am 24. Januar 1894 den Oberlehrer an der Königlichen Ober-Realschule zu Gleiwitz Prv. Schlesien, Herrn Dr. Georg Otto Arndt, zum Direktor der Friedrich-Wilhelms-Schule, und Se. Majestät der König und Kaiser gab dieser Wahl unter Abbazia den 27. März die allerhöchste Be- stätigung. Am Dienstag den 31. Juli fand die feierliche Einführung des neuen Direktors statt. Um 10 Uhr versammelten sich in der Aula der Anstalt die Schüler, das Lehrer- kollegium, der Königliche Departementsrat, Herr Provinzial-Schulrat Kannegiesser, das Kuratorium der Friedrich-Wilhelms-Schule, Vertreter der städtischen Behörden, die Geist. lichen beider Gemeinden und die Rektoren der städtischen Schulen. Eingeleitet wurde die Feier durch den Vortrag der Motette von K. Stein durch den Schülerchor unter Leitung des Lehrers Herrn Schmeisser:
Wer unter dem Schirme des Höchsten sitzet
Und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, Der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht Und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Es wird dir kein Ubles begegnen,.
Und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
Dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. (Psalm 91).
Darauf sprach Herr Superintendent Wolff em zu Herzen gehendes Gebet. ergriff Herr Provinzial-Schulrat Kannegiesser das Wort zur Einführungs- rede. Derselbe gedachte zunächst des letzten Leiters der Anstalt und hob seine hohen Verdienste um die Gestaltung der Schule hervor, hinzufügend, derselbe habe sich dadurch und durch seine ausseramtliche Thätigkeit ein bleibendes Andenken in den Herzen der Bürgerschaft dieser Stadt erworben. Hiernach wies er hin auf die Schwierigkeit einer stellvertretenden Leitung, die der erste Oberlehrer der Anstalt, Herr Professor Dr. Pontani, während dreiviertel Jahre mit grossem Geschick, ernstester Gewissenhaftigkeit und vor- züglichem Erfolge zu überwinden gewusst habe. Die Selbstverleugnung, welche derselbe beim Direktorwechsel gezeigt, und die Tüchtigkeit seiner Leistungen während der langen Zeit seiner Thaätigkeit an der Friedrich-Wilhelms-Schule seien bei den vorgesetzten
Behörden unvergessen. Es gereiche ihm zur besonderen Freude, dem Herrn Professor für * 1
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