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germaniſchen Staaten, ſo daß ſie ihm zu einer reflectirenden Moral, und zu einem für ihn äußerlichen Geſetze würden, ſondern das Geſetz der Sittlichkeit iſt ihm eben eine Sitte, in welcher er unmittelbar ſteht. Daß ihm aber jenes göttliche Geſetz, welches die Familienpietät begründet, offenbar ſei, da der Geiſt der Sittlichkeit über⸗ haupt in Griechenland zur Erſcheinung gekommen, und die Idee des helleniſchen Staates auf einer Ineinsbildung der Subſtantialität und des ſubjectiven Willens beruht, iſt um ſo mehr erſichtlich, als dieſes Geſetz des Herzens auf die Natürlichkeit des Gefühls mehr hinweiſt, als auf die ihrer ſelbſt bewußte Geiſtigkeit. Und ſo iebt ſich auch in Beziehung auf dieſes eine reflexionsloſe, in ihrer Hingebung nicht hnuehin Erfüllung deſſelben in ſeinen verſchiedenen Beſonderheiten in den Gliedern der Familie kund.
Indeſſen zerſpaltet ſich der Geiſt des Griechenthums, weil er die geiſtige Indi⸗ vidualität freiläßt, der Zeit und dem Raum nach in verſchiedene Beſonderungen, denen wir eine nähere Betrachtung widmen wollen, jedoch mit der aus unſerem Zwecke reſultirenden Beſchränkung, daß wir aus den vielen Volksindividualitäten und den einzelnen Stufen der Entwicklung des griechiſchen Geiſtes der Zeit nach, nur das heroiſche Zeitalter, und ſodann die ſich in den beiden Hauptſtaaten, Athen und Sparta, entgegenſtehenden griechiſchen Staatsideen in der Blüthezeit des Griechen⸗ thums berühren, und daran die Hauptmomente der ſich verwirklichenden Idee unbe⸗ wußter Sittlichkeit im Kreiſe des Familienlebens knüpfen.
Ein klares Bild ſittlicher Zuſtände in dem Heroenalter giebt uns Homer, und zwar ſo, daß in der Iliade die Intereſſen der Nation, in der Odyſſee die der Familie hauptſächlich entfaltet werden; und da Homer, als Naturdichter, dieſe Zu⸗ ſtände ſowohl, als auch den Geiſt der damaligen Zeit überhaupt naturgetreu darſtellt, ſo dürfen wir nur aus ihm die Hauptzüge uns zuſammenſtellen. Wenn uns auch die Tragiker nur Geſtalten aus der Heroenwelt vorführen, ſo iſt hier vorläufig zu bemerken, daß, wie die Dichter zur Zeit des entwickelten Volksgeiſtes überhaupt nur die Intereſſen ihrer Zeit in ihren Dichtungen entfalten, wenn auch hiſtoriſche Per⸗ ſonen die Träger derſelben ſind, ſo auch die griechiſchen Tragiker zwar die Mythen aus der Heroenzeit zur Baſis ihrer Tragödien gemacht, aber dennoch nur den Geiſt ihrer Zeit in denſelben dargeſtellt haben.
Als den Beginn der Heroenzeit des griechiſchen Volkes bezeichnet Stuhr die Meeresherrſchaft des Minos auf Kreta, und als ſie beſchließend den Oreſtes*). Die Momente aber, aus deren Verſchmelzung ſie hervorgegangen iſt, ſind die Principe des Orientalismus und Occidentalismus, mit überwiegender Geltung des letzteren. Sowie das weſtliche Griechenland dem Oriente zugekehrt iſt, und Kreta namentlich geographiſch als eine Verbindung des orientaliſchen und oceidentaliſchen Völkergeiſtes
**) Vergl. Stuhr, Religionsformen der heidniſchen Völker II, p. 10.


