Aufsatz 
Ausgeführter Lehrplan für den deutschen Unterricht in der Sexta der Realschule
Entstehung
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Vorstellungsreihen zu erleichtern, wird man zweckmässig den Inhalt der einzelnen Teile durch UÜberschriften an der Tafel zusammenstellen lassen. Der Lehrer hat sich diese zu Hause zurechtgelegt, wie er den ganzen Stoff in einfachen Sätzen mit Variationen des Ausdrucks schriftlich fixiert hat. In der Stunde wird dann Satz für Satz gemeinschaftlich mit der Klasse erarbeitet. Um auch den schwächsten Schülern eine Fassung fest einzuprägen, fragt der Lehrer nach den einzelnen Satzteilen und erhält den Satz immer wieder in derselben Form, die dann durch Chorsprechen zu befestigen ist. Nun wird mit dem Ausdruck gewechselt und wenn möglich eine neue Satzbildung gesucht. Wenn die Sextaner schon einige UÜbung haben, können sie selbst Vorschläge machen, die von der Klasse auf ihre Richtigkeit zu prüfen sind. So wird erreicht, dass die einzelnen Aufsätzchen im wesentlichen verschieden aussehen, denn jeder Schüler wählt die Form, die ihm am geeignetsten erscheint. Gleichzeitig weist man auf die orthographischen Schwierigkeiten einzelner Wörter hin, und zur Einübung der Inter- punktion lässt man bei grösseren Sätzen die Zeichen besonders angeben. Es empfiehlt sich, ausgiebigen Gebrauch von der Wandtafel zu machen und im Anfang des Schul- jahres sogar den ganzen Aufsatz anzuschreiben ¹).

Zur Aneinanderreihung der einzelnen Sätze verwendet man die Konjunktionen, die bei der Gelegenheit durchgenommen werden. Da ihr Gebrauch der Umgangs- sprache ziemlich fremd ist, müssen schon beim mündlichen Nacherzählen Ubungen damit angestellt werden, um sie dem Schüler möglichst geläufig zu machen. Mit ihrer Hilfe lernt er auch, die einzelnen Satzverbindungen abwechselnd zu gestalten, wie er vermeiden muss, dieselben Ausdrücke zu wiederholen.

Am Schluss der Stunde wird das Ganze von einem besseren Schüler erzühlt und zur häuslichen Vorbereitung aufgegeben. Nachdem der Aufsatz dann am folgenden Tage mit Berücksichtigung der Orthographie und Interpunktion nochmals durchgesprochen worden ist, wird er in der Stunde eingeschrieben. Von den ersten Aufsätzchen lässt man zunächst einen Entwurf anfertigen und von einzelnen Schülern vorlesen. Bald muss der Sextaner soweit gefördert sein, den Aufsatz sofort in das Reinheft zu schreiben. Allerdings ist dazu eine eingehende mündliche Vorbereitung nötig. Der Schüler muss den Stoff in einer Weise beherrschen, dass die Niederschrift gut von statten geht. Zu dem Zwecke hat er sich zu Hause eine bestimmte Form zurechtgelegt, die er dann in der Stunde verwertet. Da der Umfang zwei Seiten nicht übersteigen soll, verbleibt noch Zeit zum Durchlesen.

Für Korrektur, Beurteilung, Rückgabe und Verbesserung gilt das beim Diktat Gesagte ²). An unsrer Anstalt sind für die verschiedenartigen Fehler besondere Korrektur- zeichen eingeführt. Am häufigsten kommen Verstösse gegen die Rechtschreibung(be- zeichnet mit R), die Zeichensetzung(Z), den Ausdruck(A) und die Form(F) vor. Der Schüler muss bestrebt sein, jeden Fehler zu vermeiden, seine Leistungen sollen dem Lehrer eine Befriedigung bieten; sie zeigen ihmden Grad der Lust und Liebe, mit der seine Zöglinge gearbeitet haben, in dem mõglichst genauen Wiedergeben des mündlich festgestellten Textes ³).

¹) Dagegen spricht sich Boock aus, s. S. 223 Anm. 3. 2) Näheres s. Hentschel, S. 82 86. ³) Siehe Boock, S. 226.