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geben, die einzelnen Fälle müssen nach äusseren Kennzeichen mitgeteilt und behalten,
werden. Zur Einübung der Interpunktionslehre dienen in erster Linie die Diktate. Der
Schüler wird darauf aufmerksam gemacht, das Schlusszeichen einzusetzen dadurch, dass
jeder Satz für sich vorgelesen wird. Bei einem längeren Satz kennzeichnet das Vor- und Nachsprechen der einzelnen Teile mit Heben oder Sinken der Stimme den Ort gewisser Satzzeichen. Es empfiehlt sich, am Schluss die Schüler ausdrücklich auf die Zeichensetzung hinzuweisen. Sonst findet sich noch Gelegenheit zur Einübung der Satzzeichen bei der Vorbereitung des Aufsatzes, bei der Rückgabe und Besprechung aller schriftlichen Arbeiten. Ausserdem enthält Lyons Handbuch Ubungssätze, in denen es dem Schüler zur Aufgabe gemacht ist, die fehlenden Satzzeichen einzusetzen.
Was durch Diktate besonders einzuüben ist, ist nach Beschluss des Lehrerrats-
folgendes: I. Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen. II. Komma: 1. bei Aufzählungen, 2. vor Relativen, 3. vor Konjunktionen. III. Doppelpunkt: vor der direkten Rede. IV. Anführungszeichen: vor und hinter der direkten Rede.
2. Der Aufsatz.
Die Aufsätze in VI(in Preussen beginnen die ersten Versuche im schriftlichen- Nacherzählen in V) sind besser Aufschreibeübungen zu nennen. Sie tragen mehr einen
propädeutischen Charakter,„insofern ihre Hauptaufgabe ist, die Erzählgabe zu ent- wickeln, d. h. die Fähigkeit, einen gegebenen Stoff umzuformen und für ihn ein neues sprachliches Gewand zu schaffen“ ¹). Derartige Ubungen sind immerhin Stilleistungen, und sie werden in der VI von Erfolg begleitet sein. Dies beweist der Umstand, dass befriedigende Versuche damit schon auf einer früheren Stufe gemacht wurden ²). Es ist von grossem Werte, diese Arbeiten in VI anfertigen zu lassen, besonders als Vorübung der in IV einsetzenden eigentlichen Aufsätze.
Bei allen Stilübungen ist die mündliche Behandlung die unentbehrliche Voraus- setzung für die schriftliche. Wenn der Schüler die nötige Fertigkeit in dem mündlichen
Gebrauche der Sprache eines Erzählstoffes erlangt hat, so dürfte auch das Niederlegen-
desselben durch die Schrift gelingen. Allerdings kommt als erschwerend die Tatsache hinzu, dass die schriftliche Darstellung nach Schiller eine schärfere Auffassung und
klareres Ausdenken der Vorstellungsreihen verlangt. Für die VI sind also leichte Stoffe-
auszuwählen, die dabei den Geist des Schülers besonders fesseln. Die Aufsatzübungen
beginnen mit schlichten Nacherzählungen der im Lesebuch behandelten Märchen und-
Sagen. Sodann bestimmen die Geschichtsbilder das Inhaltliche einer Aufschreibeübung. Ebenso kann einmal ein geeignetes Thema aus dem Gebiete der Geographie und Natur- geschichte genommen werden.
Der Stoff ist somit gegeben, nicht aber die Anordnung desselben. Diese muss-
vielmehr erst unter Anleitung des Lehrers gefunden werden; der Schüler aber hat sich
an die gewählte Ordnung zu halten. Um ihm die richtige Aufeinanderfolge der einzelnen
¹) Siehe Boock, S. 227.
2) Der erste Teil von Schillers„Aufsatz in der Muttersprache“ behandelt die Anfänge des
Aufsatzes im dritten Schuljahre.


