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Was in den Diktaten eingeübt worden ist, das soll bleibendes Eigentum der Schüler werden. Um dies zu ermõglichen, darf der Umfang des Stoffes, der für die VI vorgesehen ist, nicht allzu gross bemessen sein. Das Pensum, das Lyon in seinem Handbuch der VI zugewiesen hat, erscheint nun doch zu beträchtlich und zum Teil zu schwer, als dass es am Ende des Jahres jeder Schüler beherrschen könnte; zudem bleibt für die folgenden Klassen zu wenig zur Einübung übrig. Darum ist bei uns durch den Lehrerrat der ganze Stoff für die Rechtschreibung wie für die Interpunktion ¹) gleich- mässig verteilt worden, und als Pensum der VI hat sich folgendes ergeben:
A. Trennung. a) Einzelkonsonanten. b) Mehrere Konsonanten. c) ck und st. B. Einzellaute. I. Der grosse Anfangsbuchstabe: a) bei Substantiven. b) zu Anfang eines Satzes.
II. Der kleine Anfangsbuchstabe: in Fällen ausser den unter Ia und Ib angegebenen.
III. Vokale: 1. Dehnung der einfachen Vokale a) durch Verdoppelung bei a, e, o. b) durch h bei a,«, o, u. c) durch e, h und eh bei 7. 2. Um- laut in Pluralien, Steigerungsformen und Verbalformen.
IV. Konsonanten: a) Verdoppelung in kurzen Stammsilben zwischen zwei Vokalen. b) ck und tz. c) ss und s im Inlaut. d) b— p, bl— pl, br— pr. e) d—!, ud— ui, t, te beim Verbum. f)— v— pf. g)&— k.&l— kLl,— ch. h) 2— kr.
C. Silben. I. Vorsilben: a) ver-, vor-, für-. b) ent-. II. Nachsilben: a)-ig,-lich, ausser=ig. b)=Sal, 1sel. c)-er. d)-chen.
Wie die Unterweisung in der Rechtschreibung ein Teil der grammatischen Formenlehre ist, so steht die Behandlung der Zeichensetzung mit der Satzlehre im engsten Zusammenhang. Demnach können die Gesetze der Interpunktion nur da gewonnen werden, wo sie sich aus der Satzlehre mit Notwendigkeit ergeben. Das Pensum der VI in der Satzlehre ist die Lehre vom einfachen Satz, d. h. die Verbindung von Subjekt und Prädikat zum Ausdruck eines Gedankens. Dies bedingt die Schlussinterpunktion, die den abgeschlossenen Gedanken nach der Form als eine Behauptung, eine Frage, einen Befehl(Wunsch oder Ausruf) kennzeichnet²). Darnach gebrauchen wir den Punkt, das Fragezeichen und das Ausrufezeichen. Der Sextaner hätte so Genügendes gelernt, wenn er die Schlussinterpunktion eines Satzes richtig anzuwenden versteht.
Aber damit dürſte man doch nicht auskommen. Wenn auch in VI die Form der Sätze so einfach wie möglich gehalten ist, werden doch Fälle von Komma, Doppel- punkt und Anführungszeichen häuſig auftreten. Im Anfang wird man wohl beim Diktat die betreffenden Zeichen angeben und beim Aufsatz nicht in Anrechnung bringen, aber bald muss der Sextaner in der Setzung dieser Zeichen geübt werden. Es geschieht dies auch nach einem bestimmten Plane, der wieder durch die Auswahl der Lesestücke bedingt ist. Nur ist es nicht möglich, die Begründung der Interpunktionsregel zu
¹) S. u. S. 16. ²) Nach Boock,§. 137.


