Aufsatz 
Ausgeführter Lehrplan für den deutschen Unterricht in der Sexta der Realschule
Entstehung
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14 verbessert nach dem Buch und prägt sich die Berichtigungen der Fehler genau ein. Dazu muss er gelernt haben, richtig abzuschreiben ¹).

Langsam wird vom Leichteren zum Schwereren übergegangen. Der Lehrer wird den Stoff einer Umarbeitung unterwerſen, wie dies bei der mündlichen Besprechung der Lesestücke geschah. Die neuen Ausdrücke, deren Wortbilder der Schüler an der Tafel gesehen haben muss, werden zum Zweck der häuslichen Vorbereitung abgeschrieben; damit dabei keine Fehler unterlaufen, empfiehlt es sich, die Hefte in der Klasse ver- tauschen zu lassen. Alles Schreiben geschieht in einer bestimmten Ordnung, d. h. nach verschiedenen Vokabelgruppen. Einmal werden die Wörter, die als Beispiele der ein- zuübenden Regel dienen, zusammengestellt, nachdem diese selbst, wie oben erwähnt, vorher an moglichst viel Fällen eingeübt und dann an der Hand des grammatischen Lehrbuches zu Hause repetiert ist. Ferner sind bereits bekannte Regeln qurch Beispiele, die je eine Gruppe für sich bilden, aufzufrischen. Da nun zur Einübung mancher orthographischen Eigentümlichkeiten die Belege in Lesestücken zu selten sind, so wird man hierfür auch zusammenhanglose Sätze verwenden, wie sie Lyon in seinem Buche verzeichnet hat. Aber auch hier sind wenn möglich diese Einzelsätze zu ordnen und zu einem Ganzen abzurunden.

Nach Sätzen, nicht nach Wörtern hat das Diktieren selbst zu erfolgen. Dies hat den Zweck,den Schüler allmählich dahin zu bringen, dass er ein Satzganzes mit einem Male auffasst und aus dem Gedächtnis niederschreibt ²2). Jeder Satz wird vom Lehrer laut, deutlich und langsam vorgelesen; nachher wird der Teil, der geschrieben werden soll, nochmals von ihm selbst und von einem Schüler wiederholt; erst dann heisst es:Federn in die Hand! Zum Schreiben sollen die Schüler ausreichend Zeit haben, um sich bei der Schrift die grösste Mühe zu geben. Der Umſang anfangs ⁄¼, später 1 ½¼ Seite ist so bemessen, dass jeder noch Zeit zum Nachsehen hat; dies geschieht am besten in der Weise, dass das Ganze noch einmal von dem Lehrer oder. satzweise von den Schülern vorgelesen wird, wobei jeder Verbesserungen machen oder etwaige Lücken ausfüllen kann.

Die Korrektur der eingesammelten Hefte hat der Lehrer sobald wie möglich zu erledigen. Bei der Beurteilung ist in erster Linie die Zahl der Fehler und deren Schwere, in zweiter Linie die Schreibleistung und Reinlichkeit massgebend. Zum Zweck der Rückgabe und Besprechung, die stets am folgenden Tage zu geschehen hat, fertigt sich der Lehrer eine gruppenweise Zusammenstellung der Fehler an; die Regel wird noch einmal an möglichst viel Beispielen repetiert, alles wird bei geschlossenen Heften und mit ausgiebiger Benutzung der Wandtafel durchgesprochen. Sodann werden die Hefte ausgeteilt, die Schüler sehen ihre Fehler an und fragen, wenn irgend eine Unklarheit vorhanden ist. Die Verbesserung ist zu Hause sorgfältig anzufertigen und zwar an den Rand ³), wo dann das richtige Wortbild neben dem falschen erscheint. Bei Verstössen gegen die Interpunktion sind die zwei Wörter, zwischen denen das richtige Zeichen eingesetzt ist, zu schreiben. Nach Durchsicht der Korrektur von seiten des Lehrers erfolgt eine etwaige Nachverbesserung in der Klasse, ausser wenn eine noch- malige Anfertigung verlangt werden muss.

¹) Die blossen Abschreibeibungen zur Vorbereitung von Diktaten fallen einer früheren Stufe zu.

) Siehe Hentschel, S. 44.

³) Es empfiehlt sich nicht, eine ganze Heftseite dafür vorzusehen; wenn die Fehler das zulässige Mass übersteigen, mag die Abschrift des Ganzen erfolgen.