Aufsatz 
Ausgeführter Lehrplan für den deutschen Unterricht in der Sexta der Realschule
Entstehung
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In der nächsten Stunde ist festzustellen, ob das Gelernte auch sitzt. Von dem Wissen der Schüler überzeugt man sich durch Abfragen, bei dem der Lehrer zunächst dieselbe Reihenfolge wie bei der ersten Durchnahme einhält, dann nur das Wesentliche aus dem Ganzen herausgreift. Damit der Schüler immer mehr befähigt wird, im münd- lichen wie schriftlichen Gebrauche der Sprache das Richtige zu treffen, werden noch die Aufgaben gelöst, die an jedes Kapitel des Handbuchs angeschlossen sind. Wenn sie schriſtlich behandelt werden, ergeben sich kurze Spracharbeiten, die gleichzeitig als orthographische Ubungen dienen können ¹).

V. Schriftliche UÜbungen.

1. Die Rechtschreibung und Interpunktion.

Von den in VI eintretenden Schülern wird nach dem Lehrplan verlangt, dass sieziemliche Sicherheit in der Rechtschreibung der in der Sprache des täglichen Lebens vorkommenden Wörter besitzen. Dass man sich hier mit bescheidenen Forde- rungen begnügen muss, liegt auf der Hand. In der VI wird nun durch die allwöchent- lichen Diktate viel sprachlicher Stoff zur Förderung der Schüler in der Rechtschreibung behandelt, so dass am Ende des Jahres Verstösse gegen die Schreibung gebräuchlicher Wörter nicht mehr vorkommen dürfen. Daazu ist ein planmässiger Unterricht notwendig. Wie oben erwähnt, soll durch ein lautrichtiges Lesen manchen Fehlern vorgebeugt werden, es gilt dies besonders für die stimmhaften und stimmlosen Konsonanten. Dabei wird der Schüler darauf aufmerksam gemacht, auf die richtige Reihenfolge der Laute zu achten. Im allgemeinen werden derartige Verstösse leicht überwunden; schwieriger jedoch ist, den Sextaner doazu zu bringen, der Abstammung gemäss zu schreiben, denn da muss er schon imstande sein, die Entstehung und Ableitung der Wörter zu begreifen und sich des verwandten Wortbildes bewusst zu werden ²).

Alle Belehrung und UÜbung in der Rechtschreibung geht darauf hinaus, in dem Geiste der Schüler richtige Sehbilder zu erwecken, um die falschen, die ebenso gut haften, fernzuhalten. Es ist darum von grosser Bedeutung, dass die Schüler in ihren Niederschriſten wenig Fehler machen. Die Vorbedingung dazu ist, dass die Diktate gut durchgesprochen sind; Probediktate sind für VI überhaupt nicht zu empfehlen.

Die Vorbereitung ist im Anfang sehr einfach, da das Diktat ziemlich wortlich nach dem Lesebuch gegeben wird, das in erster Linie den Stoff zu allen Diktierübungen bieten soll. Alle schwierigen Wörter müssen einmal an der Wandtafel gestanden haben. Etwaige Fehler in der Schreibung soll der Schüler môõglichst selbst verbessern; darauf wird er oft schon durch richtige Aussprache des Wortes geführt. In andern Fällen hilft der Lehrer durch Fragen nach, z. B.: Wie wird in dem Worte die Länge des Vokals ausgedrückt? Die Antworten der Schüler dürfen nicht negativ sein, nicht das Falsche, sondern das Richtige ist hervorzuheben. Hat die Vorbereitung in der Stunde ihren Abschluss erreicht, so wird den Schülern die Stelle, über die geschrieben wird, genau bezeichnet. Zu Hause schreibt der Schüler die schwierigen Wörter für sich oder in kleinen Sätzen, am besten aber den ganzen Abschnitt aus dem Kopfe nieder,

¹) Beispiele bei Hentschel, S. 8. ) Näheres s. bei Koch, VI S. 11.