Aufsatz 
Ausgeführter Lehrplan für den deutschen Unterricht in der Sexta der Realschule
Entstehung
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heimischen Schrifttums bekannt zu machen. Darnach sind die verschiedenen Zweige des deutschen Unterrichts für VI: Lese- und Sprechübungen, Grammatik und schriftliche Ubungen. Den Mittelpunkt des ganzen ÜUnterrichts bildet das Lesebuch; an ihm werden soweit wie möglich die Haupttatsachen der deutschen Sprachlehre entwickelt, aus ihm erwachsen die Diktier- und Aufsatzübungen. Jene, die wie die Ubungen im schriſtlichen Nacherzählen sich aus dem Unterricht der vorhergehenden Stunden ergeben, finden wöchentlich statt, diese alle 14 Tage; ein Teil des Unterrichts am folgenden Tage wird zur Rückgabe und Besprechung der schriftlichen Arbeiten verwandt. Die andern Stunden dienen verschiedenen Zwecken, wie Leseübungen, Besprechung von Lesestücken, Nach- erzählen von Vorerzähltem, Besprechung und Vortrag von Gedichten, Eutwicklung und EFinübung von sprachlichen Regeln usw. Dabei ist zu beachten, dass eine Stunde nicht ausschliesslich einem der angegebenen Zweige, vor allem nicht dem grammatischen allein dienstbar gemacht wird; es muss in jeder Stunde ein Wechsel eintreten, wenn auch nicht ein mehrfacher ¹); im allgemeinen wird einer der genannten Zweige vorherrschen.

Da der Lesestoff der Ausgangspunkt jeder unterrichtlichen Tätigkeit ist, so gilt es, ein Lesebuch zugrunde zu legen, das den Anforderungen des Lehrplans wie denen eines guten Schulbuchs gerecht wird. Der Lehrplan verlangt, dassder Inhalt den Gedanken- und Gesichtskreis der Schüler zu erweitern vermag und zu diesem Zweck tunlichst mit den übrigen Unterrichtszwecken in Beziehung zu bringen ist. Diese Bedingungen erfüllt:Das deutsche Lesebuch für höhere Schulen von Dadelsen I für Sexta, 1900, das in unsrer Anstalt eingeführt ist?). Es ist so eingerichtet, dass Prosa und Gedichte je eine besondere Abteilung bilden. Die Prosastücke sind nach ihrem Inhalt systematisch geordnet und die Gedichte je nach ihrem poetischen Charakter von einander getrennt. Wenn auchdie zwanglose Aneinanderreihung von Erzählungen, Schilde- rungen, Beschreibungen, Märchen, Sagen mit eingestreuten Gedichten, gerade dieses an- mutige Durcheinander einen eigenartigen Reiz auf die Jugend ausübt ³), so ist doch ein übersichtliches Lesebuch vorzuziehen. Die erforderliche Abwechslung bringt eine richtige Auswahl der Stücke schon mit sich. Der Lehrplan schreibt nun vor, dass ein Kanon der durchzunehmenden Gedichte vom Lehrerrat aufgestellt wird. Bei uns ist ausserdem bestimmt, welche Prosastücke im Laufe des Jahres zu behandeln sind; falls die Zeit es eerlaubt, können noch andre zur Durchnahme gelangen. Der Kanon ist folgender:

Abteilung Prosa. I. Märchen: No. 1, 2, 3, 4, 5, 8, 9. II. Historische Er- zählung. A. Sage. a) antike Sage: No. 13, 14, 15, 16, 18, 23, 24, 25, 26, 30, 32-34, 35, 36, 37-39, 40, 41, 42, 43-52, 53-62. b) thüringische und hessische Sagen: No. 64, .65, 66, 67, 69, 70, 71, 72. B. Geschichtsbilder: No. 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81. III. Schilderungen aus der Erd- und Sternkunde: No. 117, 118, 119, 120, 126, 128, 129, 130, 132. IV. Naturgeschichtliche Bilder ¹).

Abteilung Gedichte. A. Lieder. I. Gott und Natur: No. 10, 24, 25, 30, 40, 41, 44. II. Vaterlandslieder: No. 45, 51, 52, 55 ⁵5). B. Erzählende Gedichte: No. 65, 69, 71, 73.

¹) Siehe Vogel, S. 1.

²) Vergl. die Rezension von Gloël: Zeitschrift für den deutschen Unterricht, XI S. 674 folg.

³) Siehe Kortz, S. 14.

4) Von diesen ist im Kanon keins vorgesehen, da sie vom Lehrer der Naturgeschichte im An-

eschluss an seinen Unterricht behandelt werden. ) No. 47 und 57 werden in der Singstunde geübt, ebenso No. 70 und 78.