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Hatte aber ein Bündnis mit Arcadien, welches mit solchen Absichten geschlossen war, auch gegründete Aussicht auf Erfolg? Die Athener hätten sich doch sagen müssen, dass die Arcadier, deren prätentiöse Gesinnungen hinlänglich bekannt waren, ihnen niemals eine leitende Stellung im Peloponnes zugestehen würden, nachdem sie diese ihren Wohlthätern, den Thebanern, welche ihrem panarcadischen Gemeinwesen erst Festigkeit und Halt gegeben hatten, auf dem Kongresse zu Theben in der unzweideutigsten Weise abgesprochen hatten. Um nun einen sichern und festen Zugang zum Peloponnes zu haben, beschlossen die Athener, sich Corinths zu bemächtigen; sie konnten sich wohl vor sich selbst damit entschuldigen, dass sich die Corinthier in der oropischen Affaire unzuverlässig gezeigt hatten. Mit Schimpf und Schande mussten sie aber abziehen. Doch das war noch nicht genug; sie hatten durch ihr Verhalten die Corinthier, Phliosier, Epidaurier und noch andere peloponnesische Städte gewissermassen in das Lager der Thebaner getrieben. Alle diese Städte, verarmt durch die jahrelangen Verwüstungen, erklärten auf der Bundesversammlung in Sparta, nun eine neutrale Stelle einnehmen zu müssen, wenn sie nicht materiell vollständig ruiniert werden wollten. Sparta musste seine Einwilligung geben, und nun verständigten sich diese Städte mit Theben dahin, dass ihnen ihre Selbständigkeit garantiert und Neutralität zugestanden wurde.
Wichtiger aber noch als der Einfluss, den die Athener im Peloponnes zu erlangen strebten, war es für sie, dort wieder Herr zu werden, wo sie den Grund zu ihrer früheren Grösse gelegt hatten. Wir hatten gesehen, dass die Athener in Folge der Bedeutungslosigkeit des neu geschlossenen Seebundes wieder auf die Traditionen der früheren Seeherrschaft zurückgekommen waren. Im Frieden des Antalcidas und auf dem Kongress zu Sparta 370 hatten sie ihnen in dieser Hinsicht, um sie willfähriger zu finden, Zugeständnisse gemacht. Diese waren durch die königliche Verordnung, welche Pelopidas erlangt, ihnen wieder entzogen worden. Allerdings hatte Artaxerxes damals, als sich der athenische Gesandte im höchsten Grade unmutig zeigte, die Klausel hinzugefügt:-Wenn die Athener etwas Gerechtes vorzubringen haben, so mögen sie zum Grossen Könige kommen und ihn davon benachrichtigen.« Davon machten die Athener jetzt Gebrauch und erlangten, dass Amphipolis ihnen zugesprochen und wahrscheinlich auch die Bestimmung aufgehoben wurde, dass die Athener kein Kriegsschiff auf dem Meere sehen lassen sollten. Wie zweideutig war aber hier alsbald wieder das Verhalten der Athener! Timotheus erhielt die Weisung, den abtrünnigen Satrapen Ariobarzanes zu unterstützen, doch mit dem Vorbehalt, dem Grossen Könige die Treue nicht zu brechen. Timotheus aber handelte offener; denn er griff gradezu den Satrapen Tigranes an, weil er sich vertragswidrig an hellenischem Gute vergriffen hatte. Es gelang ihm, die Perser von der Insel Samos zu vertreiben, und da er hierdurch indirekt dem Ariobarzanes einen Dienst erwiesen hatte, erhielt er zum Dank das wichtige Sestos. Hierauf gelang es ihm auch wahrscheinlich, ganz Chalcidice zu unterwerfen. Doch mit einem Male sollten die Athener sehr empfindlich in ihrem Siegeslaufe und in ihrer Siegesfreude gestört werden. Sie hatten es durch ihre ungeschickte Politik dahin gebracht, dass sie die politische Thätigkeit der Thebaner ganz auf sich allein gezogen hatten; denn dadurch, dass Corinth, Phlius, Epidaurus, Argos und andere peloponnesische Städte neutral geworden, waren die Thebaner überhoben, ihre Macht gegen den Peloponnes zu verwenden; Sparta war ja isoliert. Sie machten nun ihre Macht gegen Athen zu Wasser und zu Lande geltend.


