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in einen ernsten Kampf einzulassen. Die Peloponnesier hatten die Unterstützung ihrer Bestrebungen durch einen grösseren Staat für notwendig erachtet und sich deshalb schon vorher an die Athener gewandt. Von ihnen musste man nach den jüngsten Verträgen erwarten, dass sie bei dem ernsten Streben vieler peloponnesischer Städte, mit Sparta nun gänzlich zu brechen, konsequent die neue Politik gegen Sparta durchführen würden. Hierin sahen sie sich aber getäuscht, denn in Athen trieb man eben keine konsequente Politik. Die Athener sagten ab, und nun erhielten die Peloponnesier von den Thebanern den bereitwilligsten und wirksamsten Beistand. Diese hatten in Folge der Ermordung Jasons vollständig freie Hand bekommen. Jetzt konnte Epaminondas endlich seinen Plan, Sparta unfähig zu machen, um jemals seine dominierende Stellung wieder zu erlangen, mit allen Kräften zur Ausführung bringen. Dies sollte vornehmlich durch die Wiederherstellung Messeniens und durch die politische Einigung der Arcadier geschehen. Als er nun auf das Drängen der peloponnesischen Bundesgenossen und auf die Versicherung der Periöken hin, dass sie einen Angriff auf Sparta mit einem allgemeinen Abfalle unterstützen würden, mit seinem Heere in Laconien einfiel und das Land verwüstend durchzog, da schickten die Spartaner, welche jetzt für Familie und Herd kämpften, Gesandte nach Athen, um Beistand zu erbitten; Corinthier und Phliasier begleiteten diese Gesandtschaft. Sie verstanden es, die Athener, welche zuerst eher gegen als für sie waren, für sich zu gewinnen, indem sie diese daran erinnerten, wie im Jahre 404 nach Ubergabe der Stadt die Thebaner die völlige Zerstörung derselben verlangt und die Athener nur dem Widerspruche der Spartaner die Errettung ihrer Stadt zu verdanken hätten. Man sprach auch wieder von dem Zwiegespann: dass die Spartaner die Führung auf dem Lande, die Athener die auf der See haben sollten; dies verbürge den wahren Frieden in Hellas. Die Gesandten hatten es so geschickt angelegt, dass endlich die Athener mit grossem Enthusiasmus beschlossen, den Spartanern beizustehen. Wie gross der Eifer der Athener war, beweist der Umstand, dass die 12000 Mann, welche Iphicrates befehligte, nicht ausgehoben, sondern Freiwillige waren.
Die Furcht, welche die Spartaner den Athenern vor Theben einzuflössen suchten, hatte einen solchen Eifer hervorgebracht; die Eifersucht gegen Theben hatte sie vollends blind gemacht. Sie mussten sich doch sagen, dass das Theben, welches von Epaminondas umgebildet worden war, gar sehr verschieden von dem Theben sei, wie es zur Zeit der Perserkriege und noch nachher war. Damals war Theben freilich zum Verräter an der hellenischen Sache geworden, und daran erinnerten die spartanischen Gesandten die Athener recht gefiissentlich, um in ihnen den Hass gegen Theben noch mehr anzufachen, ja sie sprachen wohl den liebsten Gedanken der Athener aus, wenn sie sagten, dass die Macht der Thebaner dem Gelübde gemäss, das nach Vertreibung des Xerxes abgelegt worden sei, decimiert werden könnte, wenn Athen und Sparta einmütig handelten. Die Politik der Thebaner war ja aber eine ganz andere geworden. Epaminondas hatte nicht umsonst an dem geistigen Aufschwunge seines Volkes gearbeitet; es hatte ihn verstehen gelernt. Epaminondas trieb echt hellenische Politik; er wollte, dass die griechischen Staaten wirklich frei sein sollten. Zu diesem Zwecke aber musste Sparta so geschwächt werden, dass es nie mehr daran denken konnte, seine Unterdrückungs- politik zu treiben. Dies hatte er dadurch erreicht, dass er den Arcadiern zu politischer Einigung verholfen und dass er Messenien wieder hergestellt hatte. In seinen Schöpfungen war doch nirgends eine Spur von Unterdrückung zu spüren. Freilich mussten die Thebaner, nachdem die Athener sich von ihnen losgesagt hatten, eine gewisse Anerkennung ihrer Verdienste


