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Bundesgenossen und ihr tyrannisches Verfahren gegen andere freie hellenische Städte; er forderte vollständige Unabhängigkeit für die peloponnesischen Städte, welche dasselbe Anrecht wie die boceotischen Städte auf die genaue Erfüllung der Friedensbestimmungen hätten. Solche Worte schienen dem Callistratus nicht geeignet, die Spartaner seinen Plänen geneigt zu niachen. Er suchte also zunächst den Worten seines Vorredners den Stachel zu nehmen, indem er zugab, dass von beiden Seiten gefehlt worden wäre. Dann wies er den Vorwurf zurück, als hätten die Athener aus Furcht vor Artaxerxes die Friedensverhandlungen ins Werk gesetzt. Die Forderungen des letzteren bezweckten ja nichts anderes, als was sie eben selbst im Auge hatten: die Selbständigkeit aller griechischen Städte. Indem er darlegte, eine wie grosse Macht zu Wasser und zu Lande die Athener erlangt hätten, suchte er zu beweisen, dass durchaus nicht etwa eine bedrängte Lage die Athener veranlasse, zum Frieden zu raten. Er betrachtete dies Entgegenkommen Athens gewissermassen als Dank für die einst an Athen bewiesene Schonung. Dies war ein Hieb auf die Thebaner, welche am Ende des pelopon- nesischen Krieges die vollständige Vernichtung Athens beantragt hatten. Er gab auch schon zu verstehen, dass nach seiner Ansicht die boeotischen Städte an der Selbständigkeit auch Teil hätten. Athen wünsche den Frieden im allgemeinen Interesse, es wolle den Krieg nicht bis aufs Messer führen, sondern begnüge sich mit dem, was es erlangt habe. Athen und Sparta sollten sich als die beiden Grossmächte Griechenlands gegenseitig anerkennen und Freundschaft halten, dann wäre der ganze Hader aus der griechischen Welt entfernt. Keiner von beiden solle nach einer Vorherrschaft über die andern griechischen Städte trachten. Sparta hätte ja schon die bitteren Früchte gekostet, welche es von seinem Angriffssystem geerntet hatte..
Die versöhnliche Rede des Callistratus verfehlte denn auch ihre Wirkung bei den Spartanern nicht; man entschloss sich nach den in derselben aufgestellten Grundsätzen die Friedensbestimmungen festzusetzen. Die heikle Frage wegen der boeotischen Städte wurde ganz umgangen. Welche Auffassung die Athener in dieser Frage hatten, war von Antocles und Callistratus in ihren Reden schon angedeutet worden. Doch es war bereits im geheimen zwischen Athen und Sparta abgemacht worden, wie man am geschicktesten den tödlichen Streich gegen Theben führen wollte. Es stand zu erwarten, dass bei der Eidesleistung Epaminondas, der Vertreter von Theben, darauf bestehen würde, den Eid im Namen des boeotischen Bundes zu leisten. Hier wusste Callistratus vortrefflichen Rat. Konnte nicht Epaminondas, wenn Athen darauf verzichtete, im Namen seiner Bundesgenossen den Eid zu leisten, dann öffentlich als Friedensstörer dargestellt und vom Vertrage ganz ausgeschlossen werden? Was hatte denn im Grunde genommen Athen für grossen Vorteil von dem Seebunde? Die Bundesgenossen zeigten sich immer lässig in der Entrichtung der Beiträge, und die Athener hatten keine gesetzlichen Mittel, um die Saumseligen zur Erfüllung ihrer Pflicht zu zwingen. Man opferte also nicht viel auf, wenn man sich dieses Rechtes der Vertretung der Bundes- genossen begab und diese somit als selbständig anerkannte. Callistratus aber wusste, indem er dies den Spartanern gegenüber doch als eine Einbusse darstellte und andrerseits ihnen die Koncession machte, dass Sparta im Namen seiner Bundesgenossen den Eid leisten sollte, dafür einen wertvolleren Schadenersatz seiner Vaterstadt zu erwirken. Amphipolis, wahrscheinlich auch Städte auf der thracischen Halbinsel und Potidaea(da wir diese einige Jahre später von ihnen okkupiert finden) wurden den Athenern zugesprochen. Am folgenden Tage, wo nun die


