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schon durch den corinthischen Krieg waren seine Kräfte bedeutend geschwächt worden und unter der Herrschaft der Oligarchen war es, wie dies ja von allen derartigen spartanischen Einrichtungen ausdrücklich bezeugt wird, erst völlig ausgesogen worden; ferner hatte es die Mark von Plataeae verloren, hatte zwei Jahre hindurch keine Ernte gehabt und war der Korn- zufuhren durch die Spartaner verlustig gegangen. Die Thebaner hatten also ihre ganze Kraft zur Befreiung der boeotischen Städte von den spartanischen Harmosten nötig gehabt und so zur Bekämpfung des spartanischen Despotismus nach ihren Verhältnissen genug beigetragen. Ganz besonders aber hat der Umstand, dass Theben wieder in Besitz von Plataeae gekommen war, zur Verstimmung der Athener beigetragen. Es ist allerdings richtig, dass das Land bis zum Asopus seit den ältesten Zeiten von jonischer Bevölkerung bewohnt war, aber die Boeoter als die Eroberer des Copaisthales hatten auch diesen Strich bis zur natürlichen Landesgrenze unter ihre Hegemonie gebracht; dann war seit der Tyrannei der Pisistratiden Plataeae lange Zeit der treueste Bundesgenosse Athens. Aber seit dem Beginn des peloponnesischen Krieges war das Gebiet von Plataeae in den Besitz Thebens übergegangen und dann hatte die erneuerte Stadt den Spartanern als fester Stützpunkt gedient. Die Athener hätten doch den Thebanern den Besitz von Plataeae gönnen sollen, da es ja jetzt darauf ankam, mit vereinten Kräften das grosse Werk der Befreiung vollständig durchzuführen. Man umging aber Theben und schloss einen Frieden mit Sparta, welcher eine Teilung der Hegemonie zwischen beiden Mächten in sich schloss. Doch nur zu bald sollten die Athener inne werden, wie verkehrt sie gehandelt hatten; denn die Spartaner konnten sich nicht auf lange Zeit verläugnen. Sobald sich eine passende Gelegenheit fand, ihre Herrschaftspolitik von neuem aufzunehmen, suchten sie den ihnen unbequemen Frieden hinfällig zu machen.
Sehr bald nach Abschluss des Friedens, als Timotheus mit seiner Flotte die jonischen Gewässer verlassen hatte, bekamen die Spartaner von der ihnen befreundeten Partei von Corcyra sehr einladende Anträge: man wollte ihnen die Stadt in die Hände spielen. Einer solchen Verlockung, sich im westlichen Meere Einfluss zu verschaffen und einen festen Posten bei dem Verkehr mit ihren Stammesgenossen in Sicilien zu gewinnen, konnten sie nicht wider- stehen. Sie schickten auch sogleich zu ihrem Gesinnungsgenossen nach Syracus und machten ihm begreiflich, wie nützlich es für ihn wäre, die Athener aus dem westlichen Meere zu verdrängen. Die Zurückführung der Zacynthier von Thimotheus musste zum Vorwand dienen, als hätten sich die Athener des Friedensbruches schuldig gemacht. So hatten die Athener nach so vielen Erfahrungen dieselbe von neuem gemacht, dass nämlich die Spartaner nur im Falle der äussersten Not einer andern hellenischen Stadt Gleichberechtigung einräumten. Die Athener konnten sich doch nicht innerhalb ihres hegemonischen Gebietes von Sparta Vorschriften machen lassen. Man konnte also den Beschwerden Spartas kein Gehör geben, und der Krieg brach von neuem aus. Alles ging bei den Athenern lahm. Man sah zu, wie die Spartaner Zacynth ihren Zwecken dienstbar machten, wie die wichtige Insel Corcyra fast schon ein gleiches Los getroffen hatte. Erst als die tapferen Corcyraeer sich mit den dringendsten Bitten an die Athener gewandt hatten, fingen diese an zu rüsten; aber mit welcher Unlust. Timotheus konnte seine Trieren nicht ausreichend bemannen und bekam nicht die nötigen Geldmittel, um es mit einem so wohl gerüsteten Gegner, wie Mnasippus es war, aufnehmen zu können. Um das Nötigste zu thun, brachte er die zur Unterstützung der Corcyraeer bestimmte kleine Armee nach Thessalien,
wo es ihm nicht nur gelang von Jason die Erlaubnis zum Durchmarsch zu erlangen, sondern 3 2


