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der Formationen eine chronologiſche Bedeutung; ſie liefern uns die wichtigſten Dokumente für die Entwickelungsgeſchichte der äußeren Erdkruſte und für die Beur⸗ theilung der großartigen Veränderungen, denen ſolche im Laufe der Zeiten unterwor⸗ fen war.“ Und Leibnitz in der Vorrede zur Protogäa ſagt: Wenn nun, und nicht ohne Grund, Bildern, Münzen und Denkmälern in der alten Geſchichte Glaubwür⸗ digkeit zuerkannt wird— wie, frage ich, können wir da der Menge Muſcheln, Schne⸗ cken und lebendige Geſtalten tragender Steine alle Glaubwürdigkeit vorenthalten wollen?“ Die Urſachen, welche das Erlöſchen ganzer Floren und Faunen herbeiführ⸗ ten, ſind manichfach.„Als Ereigniſſe dieſer Art ſind vorzüglich außer den erwähnten Veränderungen des Klimas die öfters eingetretenen ausgedehnten Abtrock⸗ nungen des Seebodens, hauptſächlich durch die Hebungen von Continenten aus dem Meere und die Ueberflutungen des feſten Bodens anzuſehen. Die aus dem Meere erhobenen Thiere und Pflanzen konnten auf dem feſten Land eben ſo wenig fortleben, als die Thiere und Vegetabilien des Landes unter den Wogen des Meeres. Selbſt mehr lokale Urſachen konnten Gattungen und Arten von Organismen zum Erlöſchen bringen, ihr Ausſterben herbeiführen, z. B. die Erhebung eines niedrigen Landes zu einem Plateau(wie Mexico, Chili), ſogar die vollſtändige Bewaldung und Entwal⸗ dung eines Inſellandes, die Trennung der wärmeren Winterheimat von der Som⸗ merheimat eines wandernden Thieres durch ein hohes Gebirg oder einen Meeresarm, die Ueberhandnahme der Raubthiere, oder das Verſchwinden von Arten, welche die Exiſtenz einer andern Art bedingen u. ſ. w. Wenn ausgezeichnete Thierarten, welche in noch nicht weit zurückliegender geſchichtlicher Zeit gelebt haben, ganz von der Erde verſchwinden konnten, ſo ſind ſolche Ereigniſſe um ſo mehr in den eingreifenden geo⸗ logiſchen Perioden anzunehmen. Zwei oder drei Thierarten, namentlich die Stellerſche Seekuh(Rhytina Stelleri) und der plumpe Vogel Dudu(Didus ineptus), ſind zwar durch die Verfolgung der Menſchen verſchwunden, jene an der kleinen Behringsſtraße, dieſer auf Isle de France, auf welche ſie allein beſchränkt waren. Wenn ſolche Er⸗ eigniſſe ſchon durch das bloße Beſtreben von Menſchen, und nicht einmal in der Ab⸗ ſicht der Vernichtung der bezüglichen Thierarten hervorgerufen werden, wer würde dann bezweifeln, daß ſo große geologiſche Phänomene, wie ſie oben angeführt wurden, die Vernichtung zahlreicher, über bedeutende Erdräume verbreitet geweſener Thier⸗ und Pflanzenarten herbeiführen und dieſe zum gänzlichen Erlöſchen bringen konnten.“ „s beſteht aber noch eine beſondere Annahme zur Erklärung der von Zeit zu Zeit erlöſchenden Thier⸗ und Pflanzenarten, welche wir zwar nicht als bewieſen an⸗ erkennen, obgleich ſie manche namhafte Anhänger hat, die man aber eben ſo wenig als verwerflich erklären kann. Es iſt dieſe Hypotheſe von Brocchi geiſtreich aufge⸗ ſtellt worden. Nach ihr ſoll jede organiſche Art gleich den Individuen jeder Species eine ihr eigenthümliche Lebensdauer beſitzen, nach deren Beendigung ſie nothwendig erlöſchen müſſe.„1) ¹) Geſammie Naturwiſſenſchaften VIII.


