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niederſinkend, nach bewegter Laufbahn auf dem Meeresgrunde Ruhe finden. Schichten lagern ſich auf Schichten, immer ſeichter wird das Waſſer, nur die Wellen der Flut beſpülen noch das werdende Land, ſie werden endlich ganz zurückgedrängt. Der Wind vollendet das von den Wellen begonnene Werk; er bringt von dem Lande her Sand⸗ wolken, er bringt auch mancherlei Samen, bald iſt die Oberfläche mit einer grünen⸗ den Pflanzendecke überzogen, mancherlei Thiere ſiedeln ſich an und beleben die Stille— ein neues Land iſt den Fluten des Oceans entſtiegen.
Die Zeit, welche zwiſchen Anfang und Vollendung einer ſolchen Bildung liegt,
entzieht ſich der Berechnung. Während der hiſtoriſchen Zeit hat eine größere Veränderung in der Vertheilung zwiſchen Waſſer und Land nachweislich nicht ſtatt⸗ gefunden. Ein großer Theil der im Waſſer befindlichen Stoffe iſt chemiſch mit ihm ver⸗ bunden und dem Auge völlig unſichtbar. Selbſt das klarſte Quellwaſſer enthält mi⸗ neraliſche Löſungen. Die Quellen werden geſpeiſt von dem Waſſer der Atmo⸗ ſphäre, das ſich als Regen, Schnee, Thau und Reif niederſchlägt, durch die verſchiedenen Bodenſchichten durchſickert, ſogar die härteſten Geſteinsmaſſen durchdringt, und vermöge ſeiner inwohnenden auflöſenden Kraft— vorzüglich der beigemiſchten Koh⸗ lenſäure— Kalk, Magneſia, Steinſalz, Kieſel, Thon, Kupfer⸗ und Eiſenvitriol u. ſ. w. auflöſt und mit ſich fortführt. Das Rheinwaſſer führt in klarer Auflöſung in je 100,000 Kubikfuß Waſſer ungefähr 1800 Pfund oder 12 Ku⸗ bikfuß, im Laufe eines Jahres etwa 288 Millionen Kubikfuß feſte Subſtanz dem Meere zu. Im Meere angelangt, können nun dieſe Stoffe nicht, da ſie innig mit dem Waſſer verbunden ſind, der Schwere folgend, zu Boden ſinken, das Waſſer läßt ſie ſich auf dieſe Weiſe nicht entreißen. Da treten nun, duher dem Einfluß der che⸗ miſchen Verwandtſchaft, organiſche Weſen auf, durch deren Wirken dem Feſtland zu⸗ rückgegeben wird, was die Atmoſphärilien ihm entriſſen.
Die Kalkerde iſt im Waſſer löslich, wenn ſie ſich mit doppelt ſo viel Kohlen⸗ ſäure verbunden hat, als ſie in der bekannten Form des Kalkſteines enthält. Sie kommt ſo in vielen Quellen und Flußwaſſern vor. Im Waſſer lebende Pflanzen,
die feinfädigen Conferven, die Algen und Mooſe entziehen dem doppeltkohlen⸗
ſauren Kalk(Kalkbikarbonat) einen Theil der Kohlenſäure, dieſelbe zum Aufbau ihres Gewebes verbrauchend. Dadurch wird ein Theil des Kalkes aus der Verbindung aus⸗ geſchieden und umhüllt als erdige Maſſe die Pflanzen. Die riffbauenden Korallen wirken in derſelben Weiſe bei dem Aufbau ihrer Wohnungen, jedoch müſſen ſie die wäſſerigen Auflöſungen durch ihre Körper hindurchführen, ehe das Mineral ſich zu einem Gehäuſe bilden kann. Die Schalen der Foraminiferen, Moosthier⸗ chen, Strahlthiere, Muſcheln, Schnecken und Krebſe verdanken ihre Ent⸗ ſtehung demſelben Vorgang.
Die Diatomeen, mikroſkopiſche Pflänzchen, fällen aus dem Waſſer die Kie⸗ ſelerde, welche ſie zum Aufbau ihrer Rinde benützen; im Verein mit einigen Kieſelpanzer


