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III. Schulgeschichte.
Montag, den 1. Mai 1905 fand die Prüfung der neu eintretenden Schüler statt. Am folgenden Tage eröffnete der Direktor in üblicher Weise das Schuljahr, indem er nach der Morgenandacht die Schulordnung verlas und erläuterte und die 38 neu eintretenden Schüler durch Handschlag auf ihre Befolgung verpflichtete. Hierbei begrüßte der Direktor die in den Lehrkörper neu eintretenden Oberlehrer A. Brandes*) und E. Dietz**), die vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium durch Verfügung vom 3. April 1905, S. 3222 und 3223 an Stelle der verstorbenen Prof. Dr. Hartmann und Oberlehrers Heckmann an die hiesige Anstalt berufen worden waren.
Einen schönen Beweis treuer Jugendfreundschaft und pietätsvoller Dankbarkeit gegen unsere Schule gab eine Anzahl von Herren, welche sich auf Veranlassung ihres früheren Mitschülers des Herrn Landrat von Ditfurth in der Osterwoche hier zusammen-— fanden, um das 25jährige Jubiläum ihrer Reifeprüfung(7. 4. 1880) zu feiern. Außer dem Direktor nahmen an dieser Feier auch noch die Professoren Berlit und Dr. Haesecke teil, die schon vor 25 Jahren dem Lehrerkollegium angehört hatten.
Dem Professor Dr. Regener wurde durch Patent vom 10. Mai 1905 der Rang der Räte IV. Klasse verliehen.
Am 9. Mai beging die Anstalt den hundertjährigen Todestag des Dichters Fr. Schiller durch eine Schulfeier, bei der Schüler Schillers Leben erzählten, Schillersche Gedichte und Szenen aus Schillers Tell und Wallenstein und der gemischte Chor drei Chöre aus Schillers Glocke nach der Komposition A. Rombergs vortrugen.
*) August Brandes, geb. am 17. 2. 1860 zu Karlshafen, evangelisch, besuchte das Realgymnasium zu Kassel, an dem er Michaelis 1880 das Reifezeugnis erwarb. Er studierte in Berlin Mathematik und Natur- wissenschafſten und bestand dort im November 1888 die Prüfung pro fac. doc. Nach Ableistung seines Probe- jahres von Ostern 1889 bis 1890 am Friedrichsgymnasium zu Kassel war er wissenschaftlicher Hülfslehrer an den Gymnasien zu Kassel und Goslar, sowie an den Realschulen zu Grenzhausen und Schmalkalden. Ostern 1896 wurde er zum Oberlehrer an der Realschule zu Schmalkalden ernannt, Ostern 1901 in gleicher Eigenschaft an das Fürstliche Gymnasium zu Corbach und Ostern 1005 an das hiesige Kgl. Gymnasium berufen.
**) Ernst Dietz, geb. am 2. 5. 1863 zu Lispenhausen bei Rotenburg a. Fulda, evangelisch, besuchte von 1873 bis 1876 die höhere Bürgerschule zu Rotenburg und dann das Gymnasium zu Hersfeld, wo er Michaelis 1882 die Reifeprüfung bestand. Von Michaelis 1882 bis Michaelis 1886 studierte er auf den Universitäten zu München, Berlin und Marburg Klass. Philologie und Geschichte und bestand zu Marburg die Prüfung pro fac. doc. Sein Probejahr legte er von Michaelis 1887 bis 1888 an dem hiesigen Kgl. Gym- nasium ab. Darauf war er Hülfslehrer an der höheren Bürgerschule zu Rotenburg a. F., dann Hauslehrer in Warschau, darauf Lehrer an der Hartungschen Militärvorbereitungsanstalt zu Kassel. Von Michaelis 1803 war er mit der Vertretung erkrankter oder beurlaubter Oberlehrer beauftragt an dem Gymnasium zu Fulda, dem Realprogymnasium zu Arolsen, am Kaiser-Friedrichsgymnasium zu Frankfurt a. M., am Realprogymnasium zu Eschwege, am Realgymnasium zu Kassel, an den Gymnasien zu Hanau und Wiesbaden. Von Ostern 1897 ab wissenschaſtlicher Hülfslehrer am Gymnasium zu Fulda wurde er Ostern 1900 als Oberlehrer an das Realprogymnasium zu Biedenkopf und Ostern 1906 an das hiesige Königl. Gymnasium versetzt.


