Aufsatz 
Beschreibung der Badeanstalt des Königlichen Gymnasiums / von Ludwig Schwarz
Entstehung
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Zaun ist an der flußabwärts liegenden, also an der Seite, an welcher die Nichtschwimmer baden, durch eine kleine verschließbare Tür unterbrochen. Hier befinden sich auch die eisernen Halter für eine herausnehmbare Leiter oder Treppe, die jedesmal beim Beginn der Badezeit eingehängt und am Schlusse herausgehoben, dann unter dem Sprung- brettgestell verstaut und mit zwei Ketten angeschlossen wird. An der Innenseite der kleinen Tür befindet sich ein Riegel, der ebenfalls durch ein Vorhängeschloß geschlossen werden kann. Selbstverständlich müssen alle diese Schlösser gleich und mit einem Schlüssel zu schließen sein. Ein Eindringen von der der Mitte des Flusses zugekehrten Seite ist wegen der Tiefe und der Stärke des Stromes nicht möglich. Hier einen Zaun anzubringen, empfiehlt sich nur im Notfall, weil hier die Sprunggeräte angebracht sind und weil die Schüler über den Balken der Brüstung den Barrieresprung üben sollen. Außerdem ist der städtische Flur- hüter mit der Bewachung der Badeanstalt außerhalb der Badezeit beauftragt, der dafür eine vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium genehmigte Vergütung von 20 Mk. bekommt.

Eine fernere Schwierigkeit besteht in der richtigen Belastung der Kähne. Wie aus dem Bild ersichtlich ist, hat der dem Ufer zunächst liegende Kahn am meisten zu tragen, weil über ihm der Auskleideraum mit dem verschließbaren Abteil für den Lehrer aufgebaut ist und weil außerdem in den als verschließbare Kästen gearbeiteten Bänken allerlei zum Teil sehr schwere Gegenstände verstaut werden müssen. Es empfiehlt sich deshalb, diesen Kahn etwas größer und breiter zu bauen als den andern und so seine Tragfähigkeit zu erhöhen. Daher müssen auch, wie schon oben erwähnt, die schwere Treppe, das Sprungbrett und der hölzerne Bock, der zur Unterstützung des langen Steges dient und der jedesmal unter diesen gestellt werden muß, um dessen allzu großes Schwanken zu verhüten, über dem zweiten Schiff ihren Platz finden. Zu diesem Zweck muß auch in das Sprungbrett ein Loch eingeschnitten sein, damit die zum Anschließen dienende Kette hindurchgezogen werden kann. Hierbei sei gleich bemerkt, daß die übrigen Requi- siten, so die abnehmbaren Kleiderhaken, die Seitenteile des Sprunggerüstes, Rettungsgürtel, Eimer, Pumpe, um das Wasser aus den Kähnen zu entfernen, Besen zur Reinigung des Bodens etc. in den verschließbaren Sitzbänken untergebracht werden und zwar die Haken- leisten und die Pumpe, weil sie leicht beschädigt werden können, in einem Kasten be sonders. Alle Taue hingegen werden in einem an der Innenwand des Ankleideraumes angebrachten, aus Latten damit die Luft zum Trocknen hindurchgehen kann ver fertigten schmalen Wandschrank aufbewahrt.

Eine weitere Schwierigkeit macht die Lösung der Frage: Wie ist die doch größten- teils aus Holz bestehende Anlage vor der Verwitterung zu schützen? Ein Anstrich mit Holzteer, in der heißen Sonne vorgenommen, hat sich immer noch am besten bewährt. Er kann alle drei Jahre erneuert werden. Ebenso müssen alle Eisenteile und das aus Pappe bestehende Dach alle drei Jahre frisch gestrichen werden. Wenn die ganze Anstalt so konstruiert ist, daß sie ungefähr wie eine Pontonbrücke leicht auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt werden kann eine Aufgabe, die bei dem heutigen