Aufsatz 
Beschreibung der Badeanstalt des Königlichen Gymnasiums / von Ludwig Schwarz
Entstehung
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wie hier in den letzten Jahren oft sehr großen Schwankungen unterliegt. Dieser Schwierigkeit sind wir hier dadurch begegnet, daß wir die ganze Anstalt auf zwei Kähnen aus Eichenholz aufgebaut haben. Ein Aufbau auf Fässern hat sich nicht bewährt. Uber den beiden Kähnen liegt ein Balkengerüst, auf ihm der Fußboden aus starken Dielen und auf einem Teil des letzteren steht die überdeckte Halle, welche zum Auskleiden und zum Aufbewahren der Kleider bestimmt ist. Dieé ganze Anstalt ist an vier Ankern, die ihr einen gewissen Spielraum lassen, befestigt. Der Steg, der sie mit dem Lande ver- bindet, ist lang und kann, je nachdem das Wasser steigt oder fällt, herangezogen d. h. verkürzt, oder nachgelassen d. h. verlängert werden. Hierdurch wird es möglich gemacht, daß die Tiefe des Wassers, in dem die Nichtschwimmer baden sollen, stets dieselbe bleibt. Damit ist die Schwierigkeit, welche das Steigen und Fallen des Flusses bietet, endgiltig überwunden.

Eine zweite Schwierigkeit verursacht der Wind, der an den breiten Bretterwänden der Halle heftigen Widerstand findet, so einen gewaltigen Druck gegen sie ausübt und sie aus ihrer ruhigen, durch die Strömung und die Anker bedingten Lage in der von ihm eingehaltenen Richtung drängt. Daher wird der Steg, wenn er am Lande unbeweglich befestigt ist, namentlich bei Gewitterstürmen losgerissen und oft gar völlig zertrümmert werden. Deshalb muß dieser Stegbeweglich sein und sich an beiden Punkten, sowohl da, wo er mit der Badeanstalt als auch da, wo er mit dem Ufer in Verbindung steht, drehen. An der ersteren Stelle ist dies einfach dadurch zu bewerkstelligen, daß man das Ende des Steges mit einem starken Eisenband umgiebt und durch ihn und einen starken Balken des Traggerüstes, wie aus dem Bilde ersichtlich, einen starken Eisenbolzen gehen läßt. Schwieriger ist schon die Art der Befestigung am Ufer, weil hier eben der Steg aus den oben angeführten Gründen gelängt oder gekürzt werden muß. Zu diesem Zweck ist ein starker rechteckiger Pfahl aus Eichenholz tief in das Ufer eingelassen und zwar so tief, daß das obere Ende mit dem Erdboden gleich steht. Er ist, um sein Aus- einanderspringen zu verhüten, mit einem Eisenband umschlagen. In ihm steckt ein mit einem Schraubengewinde versehener Bolzen, der durch die Mitte der unteren Seite einer rechtwinkeligen Eisengabel geht und dann von einer Schraubenmutter gehalten wird. Hier- durch ist ermöglicht, daß sich die Gabel, in der der Steg ruht, drehen kann. In den Seitenteilen der Gabel sind nach oben zu ebenso wie in den Längsbalken des Steges in bestimmten Zwischenräumen Löcher angebracht, durch die ein starker Bolzen gesteckt werden kann. Am Ende ist der Bolzen durchlöchert, sodaß man ein Vorhängeschloß daran befestigen kann, damit er nicht von Unbefugten entfernt wird. Die in verschiedener Höhe der Gabel angebrachten Löcher finden seltener Verwendung, haben aber den Zweck, bei ganz hohem Wasserstand wenn also auch der in das tiefste Loch der Gabel eingestellte Steg unter Wasser geraten würde es zu ermöglichen, daß man trockenen Fufes zur Anstalt hinge- langen kann. Der Steg kann auch mit einem Geländer versehen werden. Diese Einrichtung