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Abbildungen: SCHXEFER, Icon., Taf. XII, Fig. 1l.— ROESEI 1749, II, 2, Taf. 7, Fig. 4.— GHARlENTIER, 1810, Faf. XIII(pectoralis var.).— T0MPIL., 1901, Taf. IV G.
Maße:(tanze Länge 34— 40, Hinterleib 24— 27, Vorderflügel 32— 34, Hinter- flugel 27— 32, Flugelmal 17(G)— 239).
Der im allgemeinen schwarze Kopf hat die Stirn weiß, leicht ins Grünliche übergehend, mit ziemlich langen, schwarzen Haaren besetzt. Die Oberlippe der Männchen ist weißlich, unten schwach schwarzrandig, die der Weibchen sowie die Unterlippe schwarz; längs der braunschwarzen, unten grünlichen Augen läuft eine schwarze Linie herab. Der schwarze Prothorax ist vorn mit zwei kleinen gelben zusammenstoßenden Flecken gezeichnet, die beim Weibchen oft undeutlich sind. Der schwarze, grünlich oder violett schimmernde, braunhaarige Thorax hat auf der Vorderseite zwei lüngliche, bei jungen Tieren deutliche, später mehr oder weniger undeutliche, nahe beieinander stehende braune Flecken, an den Seiten Spuren von orangegelben Flecken, die Unterseite ganz schwarz, den Zwischenflügelraum blutrot oder dunkelgelb. Die glashellen, mit einem einzigen schwarzen Basalfleckehen gezeichneten Vorderflügel sind beim Weibchen am Grunde ockergelb; die Hinterflügel haben am Grunde einen schwarzen Punkt und einen fast dreieckigen schwarzen Fleck, dessen Mitte mitunter lichter ist. Die Costalader ist am Anfang schwärzlich, dann gelb, gegen die Flügelspitze weißlich. Die jungen Männchen haben das Flügel- mal hellbraun, später wird es blutrot, zuletzt rotbraun mit gelben Be- grenzungsadern; das der Weibchen ist länger, schwarz. Flügelhäutchen weißgrau, innen schwärzlich, bei den Weibchen weißlich. Beine schwarz. Der fast zylindrische, am Grunde etwas dickere Hinterleib ist auf der Oberseite schwarz, bei ausgewachsenen Männchen rot, bei jungen und Weibchen orangegelb gefleckt; die Flecken sind bei den Weibchen größer. Das erste Segment hat beiderseits einen kleinen Fleck, das zweite ist rot, am Grunde schwarz, hat hinten zwei schwarze Linien und jederseits zwei ebensolche Flecken; auf dem dritten bis fünften Segment ist ein lanzett- licher Fleck; die fast dreieckigen Flecken des sechsten und siebenten Seg- mentes nehmen etwas mehr als die vordere Hälfte des Segmentes ein; das achte bis zehnte Segment hat nur die Verbindungsstellen rot. Die Unter- seite des Hinterleibes ist schwärzlichgrau, beim Weibchen lichter bestäubt. Analanhänge des Männchens¹) schwarz, behaart, die oberen etwas kürzer als die zwei letzten Segmente, spindelförmig, zugespitzt, auf der Unterseite gezäühnt, die des Weibchens kürzer, schwarz, spitzig, schon vom Grunde an durch einen kleinen schwarzen Höcker auseinander gedrängt. Geni- talien des Männchens am zweiten Segment mäßig hervorstehend, un- behaart. Scheidenklappe in zwei kurze dreieckige Blättchen ausgezogen, die schon an der Basis weit voneinander abstehen.
Abarten: SEI.VS sagt in der Revue S. 55, daß die Lib. infuscata EVERSMANN ein Männchen mit schwach brauner Flügelspitze zu sein scheint, wie es bei Weibchen der L. caudalis vorkommt.
Diese Art fliegt schon im April, hat jedoch ihre Hauptflugzeit im Mai und Juni; man trifft sie hie und da sogar noch im August. Sie kommt in Mittel- und Nordeuropa bis Lappland vor, fehlt in England, ist überall selten, häufiger noch im Gebirge an stehenden Gewässern und auf feuchten
¹) SELXS, 1840, Taf. 3, Fig. 2; 1850, Taf. 1, Fig. 2.— BUCHECKER, Taf. 12.


