Aufsatz 
Die mitteleuropäischen Libellen : 1. Teil
Entstehung
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dreieckige Fleck der Hinterflügel erstreckt sich längs des Analrandes. Die Costalader ist ungefähr bis zum Nodulus schwarz. Das Flügelmal der Münnchen ist dunkelbraun oder rötlich, das der Weibchen schwarzbraun (bei jungen hellbraun) und etwas länger, das Flügelhäutchen klein, hellgrau oder gelblichgrau; die kurzen Beine sind schwarz. Der sehr dünne, im allgemeinen zylindrische Hinterleib ist an der Basis schwach verdickt, im dritten Segment verschmälert, behaart, braun oder schwar⸗z mit roter, auf allen Segmenten gleichfarbiger Zeichnung: auf dem ersten Segment ein kleiner, roter Seitenfleck, das zweite rot bis auf zwei schwarze, voneinander getrennte Flecken am Grunde und zwei kleine schwarze Linien an den Seiten, das dritte schwarz mit großem roten Fleck am Grunde, das vierte und fünfte ungefleckt oder mit einer roten Rückenlinie, das sechste und siebente mit einem keilförmigen, hinten zugespitzten Fleck, der nicht mehr als die vordere Hälfte eines jeden Segmentes einnimmt, die drei letzten schwarz. Bei den sehr jungen Männchen sind alle die be- zeichneten Flecken orangegelb, bei den Weibchen ockergelb und vom zweiten bis siebenten Segment dreieckig-lünglich. Die Analanhänge des Münnchens ¹) sind schwarz, behaart, die oberen so lang wie die zwei letzten Segmente, spindelförmig, zugespitzt, unten mit vier Zühnen, der untere halb so lang, seiner ganzen Länge nach fast gleich breit, oben rinnig, am Ende etwas ausgerandet, die des Weibchens kürzer, spitzig. Vorder- rand der Genitalien am zweiten Segment nicht vorspringend, ohne Haar- büschel. Scheidenklappe in zwei kleine, dicke, viereckige, einander genäherte Blättchen verlängert.

Abarten: HAGEN und BRITTINGER zählen Formen auf, deren Flügel rauchgrau sind; WIEDEMANN²) bespricht ein Männchen aus dem Hochmoor von Oberstaufen ohne schwarzen Fleck an der Basis der Vorder- flügel, sowie aus derselben Gegend ein Männchen, das auch noch auf dem achten Segment einen kleinen roten Fleck hatte.

Diese Art, die von Ende Mai bis Juli, im Hochgebirge sogar noch im August fliegt, findet sich im nördlichen und mittleren Europa an Torf- gewüssern und auf feuchten Waldwiesen; sie fliegt sehr schnell. Da sie nicht sehr häufig ist, ist die Bemerkung BRITTINGERSsehr gemein in Steyr auffallend.

2. Leucorrhinia rubicunda.

LINNE, Systema naturae, ed. X, 1758, 8. 513, Nr. 4: Libellula rubicunda. L. alis tantum pösticis basi nigricantibus. Habitat in Europa. Sexus alter a tergo thoracis et abdominis maculis rubris, alter luteis. Fauna suec. ed. II, 1761, S. 372, Nr. 1462: DESGR. Facies alba. Thorax niger, pallido lanatus, lineis rubris et dorso inter alas coccineo. Pedes nigri. Alae hyalinae: macula marginali ferruginea; inferiores basi nigrae. Abdomen nigrum maculis dorsalibus magnis rubris. Cauda parya. Femina lutea, ubi mas ruber. RAIOUS, 1710, S. 50, Nr. 8. PODA, 1761, S. 95, Nr. 3. MOLI. hR, 1764, S. 60, Nr. 534; 1767, S. 124 Nr. 4. FABRICIUsS, 1793, II, S. 377, Nr. 13. HAGEN, 1840, S. 37, Nr. 18. SEL.XS, 1850, S. 53, Nr. 24. BRAUER, 1857, S. 15. AUSSERER, 1869, 8. 236. RlS, 1885, S. 40 und, 46. KRIIIJGI, 1892, 8. 14, Nr. 7. T0NMPEl., 1901, S. 41, Leucorrhinia rubicunda: BRAUER, 1868, S, 719; 1876, S. 297. MEYER-DUR, 1877, S. 324. SEI.YS, 1888(Catal.), S. 133, Nr. 2. KIRRV, 1890, S. 12, Nr. 3. WIEDEMANN, 1894, S. 68. Libellula melanostigma: EVERS- MANN z.T. L. infuscata: EVERSMANN. O L. pectoralis var.&: CHARPENTIER. (L. rubieunda RAMBUR gehört zu pectoralis CHARP.)

1) SEL.VS, Révue, Taf. 1, Fig. 1. B0CHECKER, Taf. 12. ) 1891, S. 68.