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die Eltern zwar für ihre sogenannten gesellschaftlichen „Pflichten“, nicht aber für ihre Kinder Zeit haben, wo sie meinen, durch UÜbergabe ihrer Kinder an die Schule sich aller Sorge und Verantwortung für ihre Erziehung ent-— ledigt zu haben, ist die Aufgabe des Lehrers viel schwerer und viel undankbarer.
Die Schule ist bestrebt, die geistigen Kräfte ihrer Schüler an wertvollen Stoffen so zu üben, daß der Jüng-— ling auf keinem wichtigen Gebiete menschlicher Geistes— tätigkeit sich als hilfloser Fremdling fühlt. Er soll Ver-— ständnis haben für die bedeutenden Erscheinungen der ihn umgebenden Natur, er soll eingeführt werden in die geistige Welt seiner Zeit, die sich ihm offenbart in der Litteratur seines Volkes, die ihm entgegentritt in der Geschichte und in der politischen Stellung seines Volkes, wie in der religiõs- sittlichen Lebensanschauung seiner Zeitgenossen. Wir wollen, um zu verdeutlichen, wie in der Seele des Schülers Interesse für ein Wissensgebiet entsteht, wenn auch nur ganz kurz und andeutungsweise darlegen, wie in der Seele des Kindes sich das Interesse fur Sprache und Litteratur entwickelt. Schon von der Mutter werden dem Kinde kleine, leicht verständliche Gedichte, sinnige Fabeln, Märchen, die von Heldenmut, bestrafter Bosheit oder von Aufopferungs- fähigkeit berichten, dargeboten So sammelt sich im kind- lichen Geiste ein Vorrat von Kenntnissen Es werden kleine Gedichte gelernt, und mit dem Wohlgefallen an dem Rythmus des Verses und dem Klange des Reimes wird das Gefühl für poetische Schönheit geweckt und groß— gezogen. Der Schatz des Bekannten wird in der Schule vermehrt, und mit der Freude an diesem Besitze wächst der Wunsch, andere, grõßere Dichtwerke kennen zu lernen. Auf Grund dieses Interesses und der durch UÜbung ge-— steigerten Kraft der Auftassung wird dasjenige Maß der Aufmerksamkeit erreicht, das nõtig ist, um den Aufbau einer Ballade, eines Epos, eines Dramas zu begreifen
Wir können hier nicht weiter verfolgen, wie durch


