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tiefen Daher ist sein Geist zur Aufmerksamkeit angeregt. sobald ihm die Gelegenheit geboten wird, sich neue Kennt- nisse anzueignen.
Aber geraten wir nicht auf diese Weise in einen be- denklichen Zirkel der Beweisführung? Die Aufmerksam- keit haben wir begründet auf das Interesse, das Interesse wieder auf bereits erworbenes Wissen. Woher kommt denn dieses Wissen, das selbst wieder Aufmerksamkeit voraussetzt?
Der scheinbare Widerspruch löst sich ohne Schwierig- keit. Das Kind wendet nämlich unwillkürlich Auge und Ohr den Bildern und Klängen der Außenwelt zu, denn das Wesen seines Geistes ist nicht Ruhe, sondern der Drang, die Vorgänge der Welt zu erfassen, seinen Ge- sichtskreis durch Taâtigkeit zu erweitern. Ohne eignen bewußten Entschluß, gefesselt von den stärksten Reizen seiner Sinnesorgane, macht es sich nach und nach mit den Dingen seiner Umgebung bekannt. Aber es genügt ihm nicht, zu wissen, daß sie da sind. Frühzeitig drängt sich die Frage auf, was die Dinge sind, warum sie da sind, in welchen Beziehungen sie zu einander stehen.
Hier zeigt sich also eine erste, oft flüchtige Regung des Interesses, da der kindliche Geist die Gegenstände der sinnlichen Anschauung nicht einfach als gegeben hin- nimmt, sondern sie in ein richtiges Verhältnis zu einander setzen, ihren Nutzen und Schaden, den Grund ihres Da- seins, ihre Eigenschaften und Wirkungen erkennen will. Aus dieser angeborenen geistigen Regsamkeit, aus der forschenden und fragenden Neugierde des Kindes erwächst allmählich ein intellektuelles Interesse. Dieses ermöglicht es dem Geiste, bei längeren und schwierigeren Ausein- andersetzungen, die nicht mehr sinnlicher Art sind, aus- zuharren. Das durch Anregung des Gefühls wirksame Interesse bildet also eine wichtige Bedingung der aus- dauernden Aufmerksamkeit.


