Aufsatz 
Über Wesen und Förderung der Aufmerksamkeit
Entstehung
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heißt jadabeisein, interesse convivio bedeutetals Gast an einem Mahle teilnehmen.

Doch das Anhören von Märchen ist ein anmutiges Spiel, das dem Unterhaltungsbedürfnis des menschlichen Geistes Genüge leistet. Das Interesse an den lieblichen und schrecklichen Bildern, die es unserer Phantasie vor- führt, ist zum größten Teil ein sinnliches. Daneben stehen andere hohe Interessen der Menschen, z. B. das'sittliche und das ästhetische Interesse. Wir aber müssen hier im Hinblick auf die Zwecke des Unterrichts vor allem das intellektuelle Interesse betrachten. Dieses begründet sich auf das Wissen und strebt nach Erweiterung des Wissens. Wer sich eifrig mit Astronomie beschäftigt hat, hat leb- haftes Interesse für einen neu entdeckten Planeten; wer mit der griechischen Litteratur vertraut ist, interessiert sich sehr für die Auffindung einer bisher unbekannten Schrift des Aristoteles. Interessant ist für uns ein Gebiet des Wissens, auf dem wir schon wiederholt tätig ge- wesen sind, so daß wir in unserm Geiste eine Menge ge- ordneter und befestigter Vorstellungen besitzen. Dieser Vorrat von Kenntnissen ermöglicht es uns, auf diesem Gebiete mit Leichtigkeit und Lust zu arbeiten, denn die Bewußtseinserregungen bewegen sich ohne Hemmung auf glatten Bahnen, und wir können die uns neu entgegen- tretenden Erscheinungen ohne große Mühe in einen schon fertigen Zusammenhang einordnen. Die neu auftretenden Vorstellungen treten mit den alten infolge der Verwandt- schaft ihres Inhalts und durch logische Verknüpfung in ein festes Verhältnis der Assoziation. Interesse ist also das aus dem Besitze zusammenhängender Vorstellungen eines bestimmten Gedankenkreises entspringende Gefühl der Lust, diesem Kreise neue, verwandte Vorstellungen zuzuführen und sie mit den alten zu verschmelzen Das Interesse steigert sich zur Wißbegierde. Dem Wißbe- gierigen scheint nun alles interessant, was dazu dienen kann, sein Wissen zu ergänzen, zu erweitern und zu ver